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Voressen von Hirn, von Schaffleisch, saure Leber. Als die erledigt
waren in bedächtigem Zugreifen, kam, in Schüsseln hoch
aufgeschichtet, das Rindfleisch, grünes und dürres, jedem nach
Belieben, kamen dürre Bohnen und Kannenbirenschnitze, breiter
Speck dazu und prächtige Rückenstücke, von dreizentnerigen
Schweinen, so schön rot und weiß und saftig. Das folgte sich
langsam alles, und wenn ein neuer Gast kam, so wurde von der
Suppe her alles wieder aufgetragen, und jeder mußte da
anfangen, wo die andern auch, keinem wurde ein einziges Gericht
geschenkt. Zwischendurch schenkte Benz, der Kindbettimann, aus
den schönen, weißen Flaschen, welche eine Maß enthielten und
mit Wappen und Sprüchen reich geziert waren, fleißig ein. Wohin
seine Arme nicht reichen mochten, trug er andern das Schenkamt
auf, nötete ernstlich zum Trinken, mahnte sehr oft: »Machet doch
aus, er ist dafür da, daß man ihn trinkt!« Und wenn die Hebamme
eine Schüssel hineintrug, so brachte er ihr sein Glas, und andere
brachten die ihren ihr auch, so daß, wenn sie allemal gehörig hätte
Bescheid tun wollen, es in der Küche wunderlich hätte gehen
können.
Der jüngere Göttl mußte manche Spottrede hören, daß er die
Gotte nicht besser zum Trinken zu halten wisse; wenn er das
Gesundheitmachen nicht besser verstehe, so kriege er keine Frau.
Oh, Hans Uli werde keine begehren, sagte endlich die Gotte, die
ledigen Bursche hätten heutzutage ganz andere Sachen im Kopf
als das Heiraten, und die meisten vermöchten es nicht einmal
mehr. He, sagte Hans Uli, das dünke ihn nichts anders. Solche
Schlärpli, wie heutzutage die meisten Mädchen seien, geben gar
teure Frauen, die meisten meinten ja, um eine brave Frau zu
werden, hätte man nichts nötig als ein blauseidenes Tüchlein um
den Kopf, Händschli im Sommer und gestickte Pantöffeli im
Winter. Wenn einem die Kühe fehlten im Stalle, so sei man freilich
übel geschlagen, aber man könne doch ändern; wenn man aber
eine Frau habe, die einen um Haus und Hof bringe, so sei es
austubaket, die müsse man behalten. Es sei einem daher
nützlicher, man sinne andren Sachen nach als dem Heiraten und
lasse Mädchen Mädchen sein.
»Ja, ja, du hast ganz recht«, sagte der ältere Götti, ein kleines,
unscheinbares Männchen in geringen Kleidern, den man aber sehr
in Ehren hielt und ihm Vetter sagte, denn er hatte keine Kinder,
wohl aber einen bezahlten Hof und hunderttausend
Schweizerfranken am Zins, »ja, du hast recht«, sagte der, »Mit
dem Weibervolk ist gar nichts mehr. Ich will nicht sagen, daß nicht
hie und da noch eine ist, die einem Hause wohl ansteht, aber die
sind dünn gesät. Sie haben nur Narrenwerk und Hoffart im Kopf,
ziehen sich an wie Pfauen, ziehen auf wie sturme Störche, und
wenn eine einen halben Tag arbeiten soll, so hat sie drei Tage
lang Kopfweh und liegt vier Tage im Bett, ehe sie wieder bei ihr
selber ist. Als ich um meine Alte buhlte, da war es noch anders, da
mußte man noch nicht so im Kummer sein, man kriege statt einer
braven Hausmutter nur einen Hausnarr oder gar einen
Hausteufel.«
»He, he, Götti Uli«, sagte die Gotte, die schon lange reden wollte,
aber nicht dazu gekommen war, »es würde einen meinen, es seien
nur zu deinen Zeiten rechte Baurentöchter gewesen. Du kennst sie
nur nicht und achtest dich der Mädchen nicht mehr, wie es so
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