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Blicke schweifen an den jenseitigen Talesrand, über manchen
schönen, reichen Hof und weiterhin über grüne Hügel und dunkle
Täler weg.
»Du hast da ein stattliches Haus, und alles ist gut angegeben
dabei«, sagte der Vetter, »jetzt könnt ihr auch sein darin und habt
Platz für alles; ich konnte nie begreifen, wie man sich in einem so
schlechten Hause so lange leiden kann, wenn man Geld und Holz
genug zum Bauen hat, wie ihr zum Exempel.« »Vexier nicht,
Vetter!« sagte der Großvater, »es hat von beidem nichts zu
rühmen; dann ist das Bauen eine wüste Sache, man weiß wohl,
wie man anfängt, aber nie, wie man aufhört, und manchmal ist
einem noch dies im Wege oder das, an jedem Orte etwas anders.«
»Mir gefällt das Haus ganz ausnehmend wohl«, sagte eine der
Frauen. »Wir sollten auch schon lange ein neues haben, aber wir
scheuen immer die Kosten. Sobald mein Mann aber kommt, muß
er dieses recht besehen, es dünkt mich, wenn wir so eins haben
könnten, ich wäre im Himmel. Aber fragen möchte ich doch, nehmt
es nicht für ungut, warum da gleich neben dem ersten Fenster der
wüste, schwarze Fensterposten (Bystel) ist, der steht dem ganzen
Hause übel an.«
Der Großvater machte ein bedenkliches Gesicht, zog noch härter
an seiner Pfeife und sagte endlich: es hätte an Holz gefehlt beim
Aufrichten, kein anderes sei gleich bei der Hand gewesen, da habe
man in Not und Eile einiges vom alten Hause genommen. »Aber«,
sagte die Frau, »das schwarze Stück Holz war ja noch dazu zu
kurz, oben und unten ist es angesetzt, und jeder Nachbar hätte
euch von Herzen gerne ein ganz neues Stück gegeben.« »Ja, wir
haben es halt nicht besser gsinnet und durften unsere Nachbaren
nicht immer von neuem plagen, sie hatten uns schon genug
geholfen mit Holz und Fahren«, antwortete der Alte.
»Hör, Ätti«, sagte der Vetter, »mache nicht Schneckentänze,
sondern gib die Wahrheit an und aufrichtigen Bericht! Schon
manches habe ich raunen hören, aber punktum das Wahre nie
vernehmen können. Jetzt schickte es sich so wohl, bis die Weiber
den Braten zweghaben, du würdest uns damit so kurze Zeit
machen, darum gib aufrichtigen Bericht!« Noch manchen
Schneckentanz machte der Großvater, ehe er sich dazu verstund;
aber der Vetter und die Weiber ließen nicht nach, bis er es endlich
versprach, jedoch unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß ihm
dann lieber wäre, was er erzähle, bliebe unter ihnen und käme
nicht weiter. So etwas scheuen gar viele Leute an einem Hause,
und er möchte in seinen alten Tagen nicht gerne seinen Leuten
böses Spiel machen.
»Allemal, wenn ich dieses Holz betrachte«, begann der ehrwürdige
Alte, »so muß ich mich verwundern, wie das wohl zuging, daß aus
dem fernen Morgenlande, wo das Menschengeschlecht
entstanden sein soll, Menschen bis hieher kamen und diesen
Winkel in diesem engen Graben fanden, und muß denken, was
die, welche bis hierher verschlagen oder gedrängt wurden, alles
ausgestanden haben werden und wer sie wohl mögen gewesen
sein. Ich habe viel darüber nachgefragt, aber nichts erfahren
können, als daß diese Gegend schon sehr früh bewohnt gewesen,
ja Sumiswald, noch ehe unser Heiland auf der Welt war, eine Stadt
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