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gewesen sein soll; aber aufgeschrieben steht das nirgends. Doch
das weiß man, daß es schon mehr als sechshundert Jahre her ist,
daß das Schloß steht, wo jetzt der Spital ist, und wahrscheinlich
um dieselbe Zeit stund auch hier schon ein Haus und gehörte samt
einem großen Teil der Umgegend zu dem Schlosse, mußte dorthin
Zehnten und Bodenzinse geben, Frondienste leisten, ja, die
Menschen waren leibeigen und nicht eigenen Rechtens, wie jetzt
jeder ist, sobald er zu Jahren kömmt. Gar ungleich hatten es
damals die Menschen, und nahe beieinander wohnten Leibeigene,
welche die besten Händel hatten, und solche, die schwer, fast
unerträglich gedrückt wurden, ihres Lebens nicht sicher waren. Ihr
Zustand hing jeweilen von ihren Herren ab; die waren gar ungleich
und doch fast unumschränkt Meister über ihre Leute, und diese
fanden keinen, dem sie so leichtlich und wirksam klagen konnten.
Die, welche zu diesem Schlosse gehörten, sollen es schlimmer
gehabt haben zuzeiten als die meisten, welche zu andern
Schlössern gehörten. Die meisten andern Schlösser gehörten
einer Familie, kamen von dem Vater auf den Sohn, da kannten der
Herr und seine Leute sich von Jugend auf, und gar mancher war
seinen Leuten wie ein Vater. Dieses Schloß kam nämlich frühe in
die Hände von Rittern, die man die Teutschen nannte, und der,
welcher hier zu befehlen hatte, den nannte man den Komtur. Diese
Obern wechselten nun, und bald war einer da aus dem
Sachsenland und bald einer aus dem Schwabenland; da kam
keine Anhänglichkeit auf, und ein jeder brachte Brauch und Art mit
aus seinem Lande.
Nun sollten sie eigentlich in Polen und im Preußenlande mit den
Heiden streiten, und dort, obgleich sie eigentlich geistliche Ritter
waren, gewöhnten sie sich fast an ein heidnisch Leben und gingen
mit andern Menschen um, als ob kein Gott im Himmel wäre, und
wenn sie dann heimkamen, so meinten sie noch immer, sie seien
im Heidenland, und trieben das gleiche Leben fort. Denn die,
welche lieber im Schatten lustig lebten als im wüsten Lande blutig
stritten, oder die, welche ihre Wunden heilen, ihren Leib stärken
mußten, kamen auf die Güter, welche der Orden, so soll man die
Gesellschaft der Ritter genannt haben, in Deutschland und in der
Schweiz besaß, und taten jeder nach seiner Art, und was ihm
wohlgefiel. Einer der wüstesten soll der Hans von Stoffeln
gewesen sein aus dem Schwabenlande, und unter ihm soll es sich
zugetragen haben, was ihr von mir wissen wollt und was sich bei
uns von Vater auf den Sohn vererbet hat.
Diesem Hans von Stoffeln fiel es bei, dort hinten auf dem
Bärhegenhubel ein großes Schloß zu bauen; dort, wo man noch
jetzt, wenn es wild Wetter geben will, die Schloßgeister ihre
Schätze sonnen sieht, stand das Schloß. Sonst bauten die Ritter
ihre Schlösser über den Straßen, wie man jetzt die Wirtshäuser an
die Straßen baut, beides, um die Leute besser plündern zu
können, auf verschiedene Weise freilich. Warum aber der Ritter
dort auf dem wilden, wüsten Hubel in der Einöde ein Schloß haben
wollte, wissen wir nicht, genug, er wollte es, und die Bauern,
welche zum Schlosse gehörten, mußten es bauen. Der Ritter
fragte nach keinem von der Jahreszeit gebotenen Werk, nicht nach
dem Heuet, nicht nach der Ernte, nicht nach dem Säet. Soundso
viel Züge mußten fahren, soundso viel Hände mußten arbeiten, zu
der und der Zeit sollte der letzte Ziegel gedeckt, der letzte Nagel
geschlagen sein. Dazu schenkte er keine Zehntgarbe, kein Mäß
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