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Bodenzins, kein Fasnachthuhn, ja nicht einmal ein Fasnachtei;
Barmherzigkeit kannte er keine, die Bedürfnisse armer Leute
kannte er nicht. Er ermunterte sie auf heidnische Weise mit
Schlägen und Schimpfen, und wenn einer müde wurde, langsamer
sich rührte oder gar ruhen wollte, so war der Vogt hinter ihm mit
der Peitsche, und weder Alter noch Schwachheit ward verschont.
Wenn die wilden Ritter oben waren, so hatten sie ihre Freude dran,
wenn die Peitsche recht knallte, und sonst trieben sie noch
manchen Schabernack mit den Arbeitern; wenn sie ihre Arbeit
mutwillig verdoppeln konnten, so sparten sie es nicht und hatten
dann große Freude an ihrer Angst, an ihrem Schweiß.
Endlich war das Schloß fertig, fünf Ellen dick die Mauren, niemand
wußte, warum es da oben stand, aber die Bauren waren froh, daß
es einmal stand, wenn es doch stehen mußte, der letzte Nagel
geschlagen, der letzte Ziegel oben war.
Sie wischten sich den Schweiß von den Stirnen, sahen mit
betrübtem Herzen sich um in ihrem Besitztum, sahen seufzend,
wie weit der unselige Bau sie zurückgebracht. Aber war doch ein
langer Sommer vor ihnen und Gott über ihnen, darum faßten sie
Mut und kräftig den Pflug und trösteten Weib und Kind, die
schweren Hunger gelitten, und denen Arbeit eine neue Pein
schien.
Aber kaum hatten sie den Pflug ins Feld geführt, so kam Botschaft,
daß alle Hofbauern eines Abends zur bestimmten Stunde im
Schlosse zu Sumiswald sich einfinden sollten. Sie bangten und
hofften. Freilich hatten sie von den gegenwärtigen Bewohnern des
Schlosses noch nichts Gutes genossen, sondern lauter Mutwillen
und Härte, aber es dünkte sie billig, daß die Herren ihnen etwas
täten für den unerhörten Frondienst, und weil es sie so dünkte, so
meinten viele, es dünke die Herren auch so und sie werden an
selbem Abend ihnen ein Geschenk machen oder einen Nachlaß
verkünden wollen.
Sie fanden sich am bestimmten Abend zeitig und mit klopfendem
Herzen ein, mußten aber lange warten im Schloßhofe, den
Knechten zum Gespött. Die Knechte waren auch im Heidenlande
gewesen. Zudem wird es gewesen sein wie jetzt, wo jedes
halbbatzige Herrenknechtlein das Recht zu haben meint,
gesessene Bauern verachten zu können und verhöhnen zu dürfen.
Endlich wurden sie in den Rittersaal entboten; vor ihnen öffnete
sich die schwere Türe; drinnen saßen um den schweren
Eichentisch die schwarzbraunen Ritter, wilde Hunde zu ihren
Füßen, und obenan der von Stoffeln, ein wilder, mächtiger Mann,
der einen Kopf hatte wie ein doppelt Bernmäß, Augen machte wie
Pflugsräder und einen Bart hatte wie eine alte Löwenmähne.
Keiner ging gerne zuerst hinein, einer stieß den andern vor. Da
lachten die Ritter, daß der Wein über die Humpen spritzte, und
wütend stürzten die Hunde vor; denn wenn diese zitternde,
zagende Glieder sehen, so meinen sie, dieselben gehören einem
zu jagenden Wilde. Den Bauern aber ward nicht gut zumute, es
dünkte sie, wenn sie nur wieder daheim wären, und einer drückte
sich hinter den andern. Als endlich Hunde und Ritter schwiegen,
erhob der von Stoffeln seine Stimme, und sie tönte wie aus einer
hundertjährigen Eiche: Mein Schloß ist fertig, doch noch eines
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