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Da horchten hochauf die armen Männer bei diesem unerwarteten
Anerbieten. Konnten sie um den Lohn einig werden, so waren sie
gerettet, denn bis an den Kilchstalden konnten sie die Buchen
führen, ohne daß ihre Landarbeit darüber versäumt und sie
zugrunde gingen. Darum sagte der Alte: So sag an, was du
verlangst, auf daß wir mit dir des Handels einig werden mögen!
Da machte der Grüne ein pfiffig Gesicht; es knisterte in seinem
Bärtchen, und wie Schlangenaugen funkelten sie seine Augen an,
und ein greulich Lachen stand in beiden Mundwinkeln, als er ihn
voneinandertat und sagte: Wie ich gesagt, ich begehre nicht viel,
nicht mehr als ein ungetauftes Kind.
Das Wort zuckte durch die Männer wie ein Blitz, eine Decke fiel es
von ihren Augen, und wie Spreu im Wirbelwinde stoben sie
auseinander.
Da lachte hellauf der Grüne, daß die Fische im Bache sich bargen,
die Vögel das Dickicht suchten, und grausig schwankte die Feder
am Hute, und auf- und niederging das Bärtchen. Besinnet euch
oder suchet bei euren Weibern Rat, in der dritten Nacht findet ihr
hier mich wieder! , so rief er den Fliehenden mit scharf tönender
Stimme nach, daß die Worte in ihren Ohren hängenblieben, wie
Pfeile mit Widerhaken hängenbleiben im Fleische.
Blaß und zitternd an der Seele und an allen Gliedern stäubten die
Männer nach Hause; keiner sah nach dem andern sich um, keiner
hätte den Hals gedreht, nicht um alle Güter der Welt. Als so
verstört die Männer dahergestoben kamen wie Tauben, vom Vogel
gejagt, zum Taubenschlag, da drang mit ihnen der Schrecken in
alle Häuser, und alle bebten vor der Kunde, welche den Männern
die Glieder also durcheinanderwarf.
In zitternder Neugierde schlichen die Weiber den Männern nach,
bis sie dieselben an den Orten hatten, wo man im stillen ein
vertraut Wort reden konnte. Da mußte jeder Mann seinem Weibe
erzählen, was sie im Schloß vernommen, das hörten sie mit Wut
und Fluch; sie mußten erzählen, wer ihnen begegnet, was er ihnen
angetragen. Da ergriff namenlose Angst die Weiber, ein
Wehgeschrei ertönte über Berg und Tal, einer jeden ward, als
hätte ihr eigen Kind der Ruchlose begehrt. Ein einziges Weib
schrie nicht den andern gleich. Das war ein grausam handlich
Weib, eine Lindauerin soll es gewesen sein, und hier auf dem Hofe
hat es gewohnt. Es hatte wilde, schwarze Augen und fürchtete sich
nicht viel vor Gott und Menschen. Böse war es schon geworden,
daß die Männer dem Ritter nicht rundweg das Begehren
abgeschlagen; wenn es dabeigewesen, es hätte ihm es sagen
wollen, sagte es. Als sie vom Grünen hörte und seinem Antrage
und wie die Männer davongestoben, da ward sie erst recht böse
und schalt die Männer über ihre Feigheit und daß sie dem Grünen
nicht kecker ins Gesicht gesehen, vielleicht hätte er mit einem
andern Lohne sich auch begnügt, und da die Arbeit für das Schloß
sei, würde es ihren Seelen nichts schaden, wenn der Teufel sie
mache. Sie ergrimmte in der Seele, daß sie nicht dabeigewesen,
und wäre es nur, damit sie einmal den Teufel gesehen und auch
wüßte, was er für ein Aussehen hätte. Darum weinte dieses Weib
nicht, sondern redete in seinem Grimme harte Worte gegen den
eigenen Mann und gegen alle andern Männer.
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