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Des folgenden Tages, als in stilles Gewimmer das Wehgeschrei
verglommen war, saßen die Männer zusammen, suchten Rat und
fanden keinen. Anfangs war die Rede von neuem Bitten bei dem
Ritter, aber niemand wollte bitten gehen, keinem schien Leib und
Leben feil. Einer wollte Weiber und Kinder schicken mit Geheul
und Jammer, der aber verstummte schnell, als die Weiber zu
reden begannen; denn schon damals waren die Weiber in der
Nähe, wenn die Männer im Rate saßen. Sie wußten keinen Rat,
als in Gottes Namen Gehorsam zu versuchen, sie wollten Messen
lesen lassen, um Gottes Beistand zu gewinnen, wollten Nachbaren
um nächtliche geheime Hülfe ansprechen, denn eine offenbare
hätten ihnen ihre Herren nicht erlaubt, wollten sich teilen, die Hälfte
sollte bei den Buchen schaffen, die andere Hälfte Haber säen und
des Viehes warten. Sie hofften, auf diese Weise und mit Gottes
Hülfe täglich wenigstens drei Buchen auf Bärhegen hinauf zu
schaffen; vom Grünen redete niemand; ob niemand an ihn dachte,
ist nicht verzeichnet worden.
Sie teilten sich ein, rüsteten die Werkzeuge, und als der erste
Maitag über seine Schwelle kam, sammelten die Männer sich am
Münneberg und begannen mit gefaßtem Mute die Arbeit. In weitem
Ringe mußten die Buchen umgraben, sorgfältig die Wurzeln
geschont, sorgfältig die Bäume, damit sie sich nicht verletzten, zur
Erde gelassen werden. Noch war der Morgen nicht hoch am
Himmel, als drei zur Abfahrt bereitlagen, denn immer drei sollten
zusammen geführt werden, damit man auf dem schweren Weg mit
Hand und Vieh sich gegenseitig helfen könne. Aber schon stund
die Sonne im Mittag, und noch waren sie mit den drei Buchen nicht
zum Walde hinaus, schon stand sie hinter den Bergen, und noch
waren die Züge nicht über Sumiswald hinaus; erst der neue
Morgen fand sie am Fuße des Berges, auf dem das Schloß stand,
und die Buchen sollten gepflanzet werden. Es war, als ob ein
eigener Unstern Macht hätte über sie. Ein Mißgeschick nach dem
andern traf sie: die Geschirre zerrissen, die Wagen brachen,
Pferde und Ochsen fielen oder weigerten den Gehorsam. Noch
ärger ging es am zweiten Tage. Neue Not brachte immerfort neue
Mühe, unter rastloser Arbeit keuchten die Armen, und keine Buche
war noch oben, keine vierte Buche über Sumiswald
hinausgeschafft.
Der von Stoffeln schalt und fluchte; je mehr er schalt und fluchte,
um so größer ward der Unstern, um so stättiger das Vieh. Die
andern Ritter lachten und höhnten und freuten sich gar sehr über
das Zappeln der Bauren, den Zorn des von Stoffeln. Sie hatten
gelacht über des von Stoffeln neues Schloß auf dem nackten
Gipfel. Da hatte der geschworen: in Monatsfrist müßte ein schöner
Laubgang droben sein. Darum fluchte er, darum lachten die Ritter,
und weinen taten die Bauren.
Eine fürchterliche Mutlosigkeit erfaßte diese, keinen Wagen hatten
sie mehr ganz, keinen Zug unbeschädigt, in zwei Tagen nicht drei
Buchen zur Stelle gebracht, und alle Kraft war erschöpft.
Nacht war es geworden, schwarze Wolken stiegen auf, es blitzte
zum ersten Male in diesem Jahre. An den Weg hatten sich die
Männer gesetzt, es war die gleiche Beugung des Weges, in
welcher sie vor drei Tagen gesessen waren, sie wußten es aber
nicht. Da saß der Hornbachbauer, der Lindauerin Mann, mit zwei
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