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Schmerze, laut auf schrie mancher, dem man zerrissene Glieder
einzog und zusammenband.
In das Elend hinein flüchteten sich auch in schauerlicher Angst die,
welche den Grünen gesehen, und erzählten bebend die
wiederholte Erscheinung. Bebend hörte die Menge, was die
Männer erzählten, drängte sich aus dem weiten, dunkeln Raume
dem Feuer zu, um welches die Männer saßen, und wenn der Wind
durch die Sparren fuhr oder Donner über dem Hause rollte, so
schrie laut auf die Menge und meinte, es breche durchs Dach der
Grüne, sich zu zeigen in ihrer Mitte. Als er aber nicht kam, als der
Schreck vor ihm verging, als das alte Elend blieb und der Jammer
der Leidenden lauter wurde, da stiegen allmählich die Gedanken
auf, die den Menschen, der in der Not ist, so gerne um seine Seele
bringen. Sie begannen zu rechnen, wieviel mehr wert sie alle seien
als ein einzig ungetauft Kind, sie vergaßen immer mehr, daß die
Schuld an einer Seele tausendmal schwerer wiege als die Rettung
von tausend und abermal tausend Menschenleben.
Diese Gedanken wurden allmählich laut und begannen sich zu
mischen als verständliche Worte in das Schmerzensgestöhn der
Leidenden. Man fragte näher nach dem Grünen, grollte, daß man
ihm nicht besser Rede gestanden; genommen hätte er niemand,
und je weniger man ihn fürchte, um so weniger tue er den
Menschen. Dem ganzen Tale hätten sie vielleicht helfen können,
wenn sie das Herz am rechten Orte gehabt hätten. Da begannen
die Männer sich zu entschuldigen. Sie sagten nicht, daß es sich
mit dem Teufel nicht spaßen lasse, daß, wer ihm ein Ohr leihe,
bald den ganzen Kopf ihm geben müsse, sondern sie redeten von
des Grünen schrecklicher Gestalt, seinem Flammenbarte, der
feurigen Feder auf seinem Hute, einem Schloßturme gleich, und
dem schrecklichen Schwefelgeruch, den sie nicht hätten ertragen
mögen. Christines Mann aber, der gewöhnt worden war, daß sein
Wort erst durch die Zustimmung seiner Frau Kraft erhielt, sagte,
sie sollten nur seine Frau fragen, die könne ihnen sagen, ob es
jemand hätte aushalten mögen; und daß die ein kuraschiertes
Weib sei, wüßten alle. Da sahen alle nach Christine sich um, aber
keiner sah sie. Es hatte jeder nur an seine Rettung gedacht und an
andere nicht, und wie jetzt jeder am trocknen saß, so meinte er,
die andern säßen ebenso. Jetzt erst fiel allen bei, daß sie Christine
seit jenem schrecklichen Augenblick nicht mehr gesehen, und ins
Haus war sie nicht gekommen. Da begann der Mann zu jammern
und alle andern mit ihm, denn es ward ihnen allen, als ob Christine
allein zu helfen wüßte.
Plötzlich ging die Türe auf, und Christine stand mitten unter ihnen,
ihre Haare trieften, rot waren ihre Wangen, und ihre Augen
brannten noch dunkler als sonst in unheimlichem Feuer. Eine
Teilnahme, deren Christine sonst nicht gewohnt war, empfing sie,
und jeder wollte ihr erzählen, was man gedacht und gesagt und
wie man Kummer um sie gehabt. Christine sah bald, was alles zu
bedeuten hatte, und verbarg ihre innere Glut hinter spöttische
Worte, warf den Männern ihre übereilte Flucht vor und wie keiner
um ein arm Weib sich bekümmert und keiner sich umgesehen,
was der Grüne mit ihr beginne. Da brach der Sturm der Neugierde
aus, und jeder wollte zuerst wissen, was nun der Grüne mit ihr
angefangen, und die Hintersten hoben sich hochauf, um besser zu
hören und die Frau näher zu sehen, die dem Grünen so nahe
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