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überfiel sie, aber den Rat lösten sie nicht; bei grauendem Morgen
begannen sie seine Ausführung.
Schön und hell war der Morgen, Gewitter und Hexenwerke
verschwunden, die Äxte hieben noch einmal so scharf als sonst,
der Boden war locker, und jede Buche fiel gerade, wie man sie
haben wollte, kein Wagen brach mehr, das Vieh war willig und
stark und die Menschen geschützt vor jedem Unfall wie durch
unsichtbare Hand.
Nur eines war sonderbar. Unterhalb Sumiswald führte damals
noch kein Weg ins hintere Tal; dort war noch Sumpf, den die
zügellose Grüne bewässerte, man mußte den Stalden auf durchs
Dorf fahren an der Kirche vorbei. Sie fuhren wie an den frühern
Tagen immer drei Züge auf einmal, um einander helfen zu können
mit Rat, Kraft und Vieh, und hatten nun nur durch Sumiswald zu
fahren, außerhalb des Dorfes den Kirchstalden ab, an dem eine
kleine Kapelle stand; unterhalb desselben auf ebenem Wege
hatten sie die Buchen abzulegen. Sobald sie den Stalden auf
waren und auf ebenem Wege gegen die Kirche kamen, so ward
das Gewicht der Wagen nicht leichter, sondern schwerer und
schwerer, sie mußten Tiere vorspannen, so viele sie deren hatten,
mußten unmenschlich auf sie schlagen, mußten selbst Hand an
die Speichen legen, dazu scheuten die sanftesten Rosse, als ob
etwas Unsichtbares vom Kirchhofe her ihnen im Wege stehe, und
ein dumpfer Glockenton, fast wie der verirrte Schall einer fernen
Totenglocke, kam von der Kirche her, daß ein eigentümlich
Grauen die stärksten Männer ergriff und jedesmal Menschen und
Tiere bebten, wenn man gegen die Kirche kam. War man einmal
vorbei, so konnte man ruhig fahren, ruhig abladen, ruhig zu
frischer Ladung wieder gehen.
Sechs Buchen lud man selbigen Tags nebeneinander ab an die
abgeredete Stelle, sechs Buchen waren am folgenden Morgen zu
Bärhegen oben gepflanzet, und durchs ganze Tal hin hatte
niemand eine Achse gehört, die sich umgedreht um ihre Spule,
niemand der Fuhrleute üblich Geschrei, der Pferde Wiehern, der
Ochsen einförmig Gebrüll. Aber sechs Buchen standen oben, die
konnte sehen, wer wollte, und es waren die sechs Buchen, die
man unten an dem Stalden hingelegt hatte, und nicht andere.
Da war das Staunen groß im ganzen Tale, und die Neugierde
regte sich bei männiglich. Absonderlich die Ritter nahm es wunder,
welche Pacht die Bauren geschlossen und auf welche Weise die
Buchen zur Stelle geschafft würden. Sie hätten gerne auf
heidnische Weise den Bauren das Geheimnis ausgepreßt. Allein
sie sahen bald, daß die Bauren auch nicht alles wüßten, da sie
selbst halb erschrocken waren. Zudem wehrte der von Stoffeln.
Dem war es nicht nur gleichgültig, wie die Buchen nach Bärhegen
kamen, im Gegenteil, wenn nur die Buchen heraufkamen, so sah
er gerne, daß die Bauren dabei geschont wurden. Er hatte wohl
gesehen, daß der Spott der Ritter ihn zu einer Unbesonnenheit
verleitet hatte, denn wenn die Bauren zugrunde gingen, die Felder
unbestellt blieben, so hatte die Herrschaft den größten Schaden
dabei; allein, was der von Stoffeln einmal gesagt hatte, dabei blieb
es. Die Erleichterung, welche die Bauren sich verschafft, war ihm
daher ganz recht und ganz gleichgültig, ob sie dafür ihre Seelen
verschrieben; denn was gingen ihn der Bauren Seelen an, wenn
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