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die Vermessenheit der Väter über ihns gebracht. Dieser Glaube
stieg auch bei den andern auf, und der Jammer des jungen
Weibes ging ihnen zu Herzen, aber sie scheuten sich, dem
Priester ihre Pacht mit dem Satan zu bekennen, und niemand war
seither zur Beichte gegangen, und niemand hatte ihm Rede
gestanden. Es war ein gar frommer Mann, selbst die Ritter des
Schlosses trieben keinen Kurzweil mit ihm, er aber sagte ihnen die
Wahrheit. Wenn einmal die Sache getan sei, so könne er sie nicht
mehr hindern, hatten die Bauren gedacht; aber jetzt war doch
niemand gerne der erste, der es ihm sagte, das Gewissen sagte
ihnen wohl, warum.
Endlich drang einem Weibe der Jammer zu Herzen; es lief hin und
offenbarte dem Priester den Handel und des armen Weibes
Wunsch. Gewaltig entsetzte sich der fromme Mann, aber mit
leeren Worten verlor er die Zeit nicht; kühn trat er für eine arme
Seele in den Kampf mit dem gewaltigen Widersacher. Er war einer
von denen, die den härtesten Kampf nicht scheuen, weil sie
gekrönt werden wollen mit der Krone des ewigen Lebens und weil
sie wohl wissen, es werde keiner gekrönet, er kämpfe dann recht.
Ums Haus, in welchem das Weib ihrer Stunde harrte, zog er den
heiligen Bann mit geweihtem Wasser, den böse Geister nicht
überschreiten dürfen, segnete die Schwelle ein, die ganze Stube,
und ruhig gebar das Weib, und ungestört taufte der Priester das
Kind. Ruhig blieb es auch draußen, am klaren Himmel flimmerten
die hellen Sterne, leise Lüfte spielten in den Bäumen. Ein wiehernd
Gelächter wollten die einen gehört haben von ferne her; die andern
aber meinten, es seien nur die Käuzlein gewesen an des Waldes
Saum.
Alle, die da waren, aber freuten sich höchlich, und alle Angst war
verschwunden, auf immer, wie sie meinten; hatten sie den Grünen
einmal angeführt, so konnten sie es immer tun mit dem gleichen
Mittel.
Ein großes Mahl ward zugerichtet, weither wurden die Gäste
entboten. Umsonst mahnte der Priester des Herrn von Schmaus
und Jubel ab, mahnte, zu zagen und zu beten, denn noch sei der
Feind nicht besiegt, Gott nicht gesühnt. Es sei ihm im Geiste, als
dürfe er ihnen keine Buße zur Sühnung auferlegen, als nahe sich
eine Buße gewaltig und schwer aus Gottes selbsteigener Hand.
Aber sie hörten ihn nicht, wollten ihn befriedigen mit Speise und
Trank. Er aber ging betrübt weg, bat für die, welche nicht wüßten,
was sie täten, und rüstete sich, mit Beten und Fasten zu kämpfen
als ein getreuer Hirt für die anvertraute Herde.
Mitten unter den Jubilierenden ist auch Christine gesessen, aber
sonderbar stille mit glühenden Wangen, düstern Augen, seltsam
sah man es zucken in ihrem Gesichte. Christine war bei der
Geburt zugegen gewesen als erfahrne Wehmutter, war bei der
plötzlichen Taufe zu Gevatter gestanden mit frechem Herzen ohne
Furcht, aber wie der Priester das Wasser sprengte über das Kind
und es taufte in den drei höchsten Namen, da war es ihr, als
drücke man ihr plötzlich ein feurig Eisen auf die Stelle, wo sie des
Grünen Kuß empfangen. In jähem Schrecken war sie
zusammengezuckt, das Kind fast zur Erde gefallen, und seither
hatte der Schmerz nicht abgenommen, sondern ward glühender
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