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den Leuten einzureden mit unumwundenen Worten, fuhr sie ihnen
nach in Höllenängst. Aber das kümmerte die andern wenig; was
Christine peinigte, tat ihnen nicht weh, was sie litt, hatte nach ihrer
Meinung sie verschuldet, und wenn sie ihr nicht mehr entrinnen
konnten, so sagten sie zu ihr: Da siehe du zu! Keiner hat ein Kind
verheißen, darum gibt auch keiner eins. Mit wütender Rede
setzte sie dem eigenen Manne zu. Dieser floh wie die andern, und
wenn er nicht mehr fliehen konnte, so sprach er Christine kaltblütig
zu, das werde schon bessern, das sei ein Malzeichen, wie gar
viele Menschen deren hätten; wenn es einmal ausgewachsen sei,
so höre der Schmerz auf und leicht sei es dann abzubinden.
Unterdessen aber hörte der Schmerz nicht auf, jedes Bein war ein
Höllenbrand, der Spinne Leib die Hölle selbst, und als des Weibes
erwartete Stunde kam, da war es Christine, als umwalle sie ein
Feuermeer, als wühlten feurige Messer in ihrem Mark, als führen
feurige Wirbelwinde durch ihr Gehirn. Die Spinne aber schwoll an,
bäumte sich auf, und zwischen den kurzen Borsten hervor quollen
giftig ihre Augen. Als Christine in ihrer glühenden Pein nirgends
Teilnahme, die Kreißende wohl bewacht fand, da stürzte sie einer
Wirbelsinnigen gleich den Weg entlang, den der Priester kommen
mußte.
Raschen Schrittes kam derselbe der Halde entlang, begleitet vom
handfesten Sigrist; die heiße Sonne und der steile Weg hemmten
die Schritte nicht, denn es galt, eine Seele zu retten, ein unendlich
Unglück zu wenden, und von entferntem Kranken kommend,
bangte dem Priester vor schrecklicher Säumnis. Verzweifelnd warf
Christine sich ihm in den Weg, umfaßte seine Knie, bat um Lösung
aus ihrer Hölle, um das Opfer des Kindes, das noch kein Leben
kenne, und die Spinne schwoll noch höher auf, funkelte
schrecklich schwarz in Christines rot angelaufenem Gesichte, und
mit gräßlichen Blicken glotzte sie nach des Priesters heiligen
Geräten und Zeichen. Dieser aber schob Christine rasch zur Seite
und schlug das heilige Zeichen; er sah da den Feind wohl, aber er
ließ den Kampf, um eine Seele zu retten. Christine aber fuhr auf,
stürmte ihm nach und versuchte das Äußerste; doch des Sigristen
starke Hand hielt das wütend Weib vom Priester ab, und zur Zeit
noch konnte er das Haus schützen, in geweihte Hände das Kind
empfangen und in die Hände dessen legen, den die Hölle nie
überwältigt.
Draußen hatte unterdessen Christine einen schrecklichen Kampf
gekämpfet. Sie wollte das Kind ungetauft in ihre Hände, wollte
hinein ins Haus, aber starke Männer wehrten es. Windstöße
stießen an das Haus, der fahle Blitz umzingelte es, aber die Hand
des Herrn war über ihm; es wurde das Kind getauft, und Christine
umkreiste vergeblich und machtlos das Haus. Von immer wilderer
Höllenqual ergriffen, stieß sie Töne aus, die nicht Tönen glichen
aus einer Menschenbrust; das Vieh schlotterte in den Ställen und
riß von den Stricken, die Eichen im Walde rauschten auf, sich
entsetzend.
Im Hause begann der Jubel über den neuen Sieg, des Grünen
Ohnmacht, seiner Helfershelferin vergeblich Ringen; draußen aber
lag Christine, von entsetzlicher Pein zu Boden geworfen, und in
ihrem Gesichte begannen Wehen zu kreißen, wie sie noch keine
Wöchnerin erfahren auf Erden, und die Spinne im Gesichte
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