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schwoll immer höher auf und brannte immer glühender durch ihr
Gebein.
Da war es Christine, als ob plötzlich das Gesicht ihr platze, als ob
glühende Kohlen geboren würden in demselben, lebendig würden,
ihr gramselten über das Gesicht weg, über alle Glieder weg, als ob
alles an ihm lebendig würde und glühend gramsle über den
ganzen Leib weg. Da sah sie in des Blitzes fahlem Scheine
langbeinig, giftig, unzählbar schwarze Spinnchen laufen über ihre
Glieder, hinaus in die Nacht, und den Entschwundenen liefen
langbeinig, giftig, unzählbar andere nach. Endlich sah sie keine
mehr den frühern folgen, der Brand im Gesichte legte sich, die
Spinne ließ sich nieder, ward zum fast unsichtbaren Punkte
wieder, schaute mit erlöschenden Augen ihrer Höllenbrut nach, die
sie geboren hatte und ausgesandt zum Zeichen, wie der Grüne mit
sich spaßen lasse.
Matt, einer Wöchnerin gleich, schlich Christine nach Hause; wenn
schon die Glut so heiß nicht mehr brannte auf dem Gesicht, die
Glut im Herzen hatte nicht abgenommen, wenn schon die matten
Glieder nach Ruhe sich sehnten, der Grüne ließ ihr keine Ruhe
mehr; wen er einmal hat, dem macht er es so.
Drinnen im Hause aber, da jubelten sie und freuten sich und
hörten lange nicht, wie das Vieh brüllte und tobte im Stalle. Endlich
fuhren sie doch auf, man ging, nachzusehen, schreckensblaß
kamen die wieder, die gegangen waren, und brachten die Kunde,
die schönste Kuh liege tot, die übrigen tobten und wüteten, wie sie
es nie gesehen. Da sei es nicht richtig, etwas Absonderliches
walte da. Da verstummte der Jubel, alles lief nach dem Vieh,
dessen Gebrüll erscholl über Berg und Tal, aber keiner hatte Rat.
Gegen den Zauber versuchte man weltliche und geistliche Künste,
aber alle umsonst; ehe noch der Tag graute, hatte der Tod das
sämtliche Vieh im Stalle gestreckt. Wie es aber hier stumm wurde,
so begann es hier zu brüllen und dort zu brüllen; die da waren,
hörten, wie in ihre Ställe die Not gebrochen, wehlich das Vieh
seine Meister zu Hülfe rief in seiner grausen Angst.
Als ob die Flamme aus ihrem Dache schlüge, eilten sie heim, aber
Hülfe brachten sie keine; hier wie dort streckte der Tod das Vieh,
Wehgeschrei von Menschen und Tieren erfüllte Berge und Täler,
und die Sonne, welche das Tal so fröhlich verlassen, sah in
entsetzlichen Jammer hinein. Als die Sonne schien, sahen endlich
die Menschen, wie es in den Ställen, in denen das Vieh gefallen
war, wimmle von zahllosen schwarzen Spinnen. Diese krochen
über das Vieh, das Futter, und was sie berührten, war vergiftet,
und was lebendig war, begann zu toben, ward bald vom Tode
gestreckt. Von diesen Spinnen konnte man keinen Stall, in dem sie
waren, säubern, es war, als wüchsen sie aus dem Boden herauf,
konnte keinen Stall, in dem sie noch nicht waren, vor ihnen
behüten, unversehens krochen sie aus allen Wänden, fielen
haufenweise von der Diele. Man trieb das Vieh auf die Weiden,
man trieb es nur dem Tode in den Rachen. Denn, wie eine Kuh auf
eine Weide den Fuß setzte, so begann es lebendig zu werden am
Boden, schwarze, langbeinige Spinnen sproßten auf, schreckliche
Alpenblumen, krochen auf am Vieh, und ein fürchterlich wehlich
Geschrei erscholl von den Bergen nieder zu Tale. Und alle diese
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