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Spinnen sahen der Spinne auf Christines Gesicht ähnlich wie
Kinder der Mutter, und solche hatte man noch keine gesehen.
Das Geschrei der armen Tiere war auch zum Schlosse gedrungen,
und bald kamen ihm auch Hirten nach, verkündend, daß ihr Vieh
gefallen von den giftigen Tieren, und in immer höherem Zorne
vernahm der von Stoffeln, wie Herde um Herde verlorengegangen,
vernahm, welchen Pacht man mit dem Grünen gehabt, wie man
ihn zum zweiten Male betrogen und wie die Spinnen ähnlich seien,
wie Kinder der Mutter, der Spinne in der Lindauerin Gesicht, die
mit dem Grünen den Bund gemacht alleine und nie rechten Bericht
darüber gegeben. Da ritt der von Stoffeln in grimmem Zorn den
Berg hinauf und donnerte die Armen an, daß er nicht um
ihretwillen Herde und Herde verlieren wolle; was er geschädigt
worden, müßten sie ersetzen, und was sie versprochen, das
müßten sie halten, was sie freiwillig getan, das müßten sie tragen.
Schaden leiden ihretwegen wolle er nicht, oder leide er, so müßten
sie ihn büßen tausendfältig. Sie könnten sich vorsehen. So redete
er zu ihnen, unbekümmert um das, was er ihnen zumutete; und
daß er sie dazu getrieben, fiel ihm nicht bei, nur was sie getan,
rechnete er ihnen zu.
Den meisten schon war es aufgedämmert, daß die Spinnen eine
Plage des Bösen seien, eine Mahnung, den Pacht zu halten, und
daß Christine Näheres darum wissen müßte, ihnen nicht alles
gesagt hätte, was sie mit dem Grünen verhandelt. Nun zitterten sie
wieder vor dem Grünen, lachten seiner nicht mehr, zitterten vor
ihrem weltlichen Herrn; wenn sie diese befriedigten, was sagte der
geistliche Herr dazu, erlaubte er es, und hätte dann der keine
Buße für sie? So in der Angst versammelten sich die
Angesehensten in einsamer Scheuer, und Christine mußte
kommen und klaren Bescheid geben, was sie eigentlich
verhandelt.
Christine kam, verwildert, rachedurstig, aufs neue von der
wachsenden Spinne gefoltert.
Als sie das Zagen der Männer sah und keine Weiber, da erzählte
sie punktum, was ihr begegnet: wie der Grüne sie schnell beim
Worte genommen und ihr zum Pfande einen Kuß gegeben, den sie
nicht mehr geachtet als andere; wie ihr jetzt auf selbigem Fleck die
Spinne gewachsen sei unter Höllenpein vom Augenblick an, als
man das erste Kind getauft; wie die Spinne, eben als man das
zweite Kind getauft und den Grünen genarrt, unter Höllenwehen
die Spinnen geboren in ungemeßner Zahl; denn narren lasse er
sich nicht ungestraft, wie sie es fühle in tausendfachen
Todesschmerzen. Jetzt wachse die Spinne wieder, die Pein mehre
sich, und wenn das nächste Kind nicht des Grünen werde, so
wisse niemand, wie gräßlich die einbrechende Plage sei, wie
gräßlich des Ritters Rache.
So erzählte Christine, und die Herzen der Männer bebten, und
lange wollte keiner reden. Nach und nach kamen aus den
angstgepreßten Kehlen abgebrochene Laute hervor, und wenn
man sie zusammensetzte, so meinten sie gerade, was Christine
meinte, aber kein einzelner hatte seine Einwilligung gegeben in
ihren Rat. Nur einer stund auf und redete kurz und deutlich: das
Beste schiene ihm, Christine totzuschlagen, sei einmal die tot, so
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