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könnte der Grüne an der Toten sich halten, hätte keine Handhabe
mehr an den Lebendigen. Da lachte Christine wild auf, trat ihm
unter das Gesicht und sagte: er solle zuschlagen, ihr sei es recht,
aber der Grüne wolle nicht sie, sondern ein ungetauft Kind, und
wie er sie gezeichnet, ebensogut könne er die Hand zeichnen, die
an ihr sich vergreife. Da zuckte es in des Mannes Hand, der allein
geredet, er setzte sich und hörte schweigend dem Rate der
andern. Und abgebrochen, wo keiner alles sagte, sondern jeder
nur etwas, das wenig bedeuten sollte, kam man überein, das
nächste Kind zu opfern, aber keiner wollte seine Hand bieten dazu,
niemand das Kind an den Kilchstalden tragen, wo man die Buchen
hingelegt hatte. Zum allgemeinen Besten, wie sie meinten, den
Teufel zu brauchen, hatte keiner sich gescheut, aber persönliche
Bekanntschaft mit ihm zu machen, begehrte keiner. Da erbot sich
Christine willig dazu, denn hatte man einmal mit dem Teufel zu tun
gehabt, so konnte es das zweitemal wenig mehr schaden. Man
wußte wohl, wer das nächste Kind gebären sollte, aber man redete
nichts davon, und der Vater desselben war nicht zugegen.
Verständigt mit und ohne Worte, ging man auseinander.
Das junge Weib, welches in jener grauenvollen Nacht, wo
Christine Bericht vom Grünen brachte, gezaget und geweinet
hatte, es wußte damals nicht, warum, erwartete nun das nächste
Kind. Die frühern Vorgänge machten es nicht getrost und
zuversichtlich, eine unnennbare Angst lag auf seinem Herzen, es
konnte sie weder mit Beten noch Beichten wegbringen. Ein
verdächtiges Schweigen schien ihm ihns zu umringen, niemand
sprach von der Spinne mehr, verdächtig schienen ihm alle Augen,
die auf ihm ruhten, schienen ihm zu berechnen die Stunde, in
welcher sie seines Kindes habhaft werden, den Teufel versöhnen
könnten.
So einsam und verlassen fühlte es sich gegen die unheimliche
Macht um sich; keinen Beistand hatte es als seine
Schwiegermutter, eine fromme Frau, die zu ihm stund, aber was
vermag eine alte Frau gegen eine wilde Menge? Es hatte seinen
Mann, der hatte alles Gute wohl versprochen; aber wie jammerte
der um sein Vieh und gedachte so wenig des armen Weibes
Angst! Es hatte der Priester verheißen zu kommen, so schnell und
so früh zu kommen, als man ihn verlange, aber was konnte
begegnen vom Augenblicke an, da man gesandt, bis daß er kam;
und das arme Weib hatte keinen zuverlässigen Boten als den
eigenen Mann, der ihm Schutz und Wache sein sollte, und das
arme Weibchen wohnte dazu noch mit Christine in einem Hause,
und ihre Männer waren Brüder, und keine eigenen Verwandte
hatte es, als Waise war es ins Haus gekommen! Man kann sich
des armen Weibes Herzensangst denken, nur im Beten mit der
frommen Mutter fand es einiges Vertrauen, das alsobald wieder
schwand, sobald es in die bösen Augen sah.
Unterdessen war die Krankheit noch immer da, sie unterhielt den
Schrecken. Freilich, nur hie und da fiel ein Stück, zeigten die
Spinnen sich. Aber sobald bei jemand der Schreck nachließ,
sobald irgendeiner dachte oder sagte: das Übel lasse von selbsten
nach, und man sollte sich wohl bedenken, ehe man an einem
Kinde sich versündige, so flammte auf Christines Höllenpein, die
Spinne blähte sich hochauf, und dem, der so gedacht oder
geredet, kehrte mit neuer Wut der Tod in seine Herde ein. Ja, je
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