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Elemente Toben, aber seiner Gefährten wegen zauderte er. Da
ward ihm, als höre er durch des Donners schreckliche Stimme
eines Weibes markdurchschneidenden Weheruf. Da ward ihm
plötzlich der Donner zu Gottes schrecklichem Scheltwort seiner
Säumnis, er machte sich auf, was auch die beiden andern sagen
mochten. Er schritt, gefaßt auf alles, hinaus in die feurigen Wetter,
in des Sturmes Wut, der Wolken Fluten; langsam, unwillig kamen
die beiden ihm nach.
Es sauste und brauste und tosete, als sollten diese Töne
zusammenschmelzen zur letzten Posaune, die der Welten
Untergang verkündet, und feurige Garben fielen über das Dorf, als
sollte jede Hütte aufflammen; aber der Diener dessen, der dem
Donner seine Stimme gibt und den Blitz zu seinem Knechte hat,
hat sich vor diesem Mitknecht des gleichen Herren nicht zu
fürchten, und wer auf Gottes Wegen geht, kann getrost Gottes
Wettern das Seine überlassen. Darum schritt der Priester
unerschrocken durch die Wetter dem Kilchstalden zu, die
geweihten heiligen Waffen trug er bei sich, und bei Gott war sein
Herz. Aber nicht in gleichem Mute folgten ihm die andern, denn
nicht am gleichen Orte war ihr Herz; sie wollten nicht den
Kilchstalden ab, nicht in solchem Wetter, nicht in später Nacht, und
Hans hatte noch einen besondern Grund, warum er nicht wollte.
Sie baten den Priester, umzukehren, auf andern Wegen zu gehen,
Hans wußte nähere, der Sigrist bessere, beide warnten vor den
Wassern im Tale, der aufgeschwollenen Grüne. Aber der Priester
hörte nicht, achtete ihre Rede nicht; von einem wunderbaren
Drange getrieben, eilte er auf den Flügeln des Gebetes dem
Kilchstalden zu, sein Fuß stieß an keinen Stein, sein Auge ward
durch keinen Blitz geblendet; bebend und weit hinter ihm, gedeckt,
wie sie meinten, durch das Heiligste, das der Priester selbsten
trug, folgten Hans und der Sigrist ihm nach.
Als sie aber hinauskamen vor das Dorf, wo ins Tal hinunter der
Stalden sich senkt, da steht der Priester plötzlich still und schirmt
mit der Hand die Augen. Unterhalb der Kapelle schimmert in des
Blitzes Schein eine rote Feder, und des Priesters scharfes Auge
sieht aus grünem Hage hervorragen ein schwarzes Haupt, und auf
diesem schwankt die rote Feder. Und wie er noch länger schaut,
sieht er am jenseitigen Abhange in schnellstem Laufe, wie gejagt
von des Windes wildestem Stoße, daherfliegen eine wilde Gestalt
dem dunkeln Haupte zu, auf dem einer Fahne gleich die rote
Feder schwankte.
Da loderte im Priester auf der heilige Kampfesdrang, der, sobald
sie den Bösen ahnen, über die kömmt, die gottgeweihten Herzens
sind, wie der Trieb über das Samenkorn kömmt, wenn das Leben
in ihns dringt, wie er in die Blume dringt, wenn sie sich entfalten
soll, wie er über den Helden kömmt, wenn sein Feind das Schwert
erhebt. Und wie der Lechzende in des Stromes kühle Flut, wie der
Held zur Schlacht stürzte der Priester den Stalden nieder, stürzte
zum kühnsten Kampf, drang zwischen den Grünen und Christine,
die eben das Kindlein in des andern Arme legen wollte, mitten
hinein, schmetterte zwischen sie die drei höchsten heiligen
Namen, hält das Heiligste dem Grünen ans Gesicht, sprengt
heiliges Wasser über das Kind und trifft Christine zugleich. Da fährt
mit fürchterlichem Wehegeheul der Grüne von dannen, wie ein
glutroter Streifen zuckt er dahin, bis die Erde ihn verschlingt; vom
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