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geweihten Wasser berührt, schrumpft mit entsetzlichem Zischen
Christine zusammen wie Wolle im Feuer, wie Kalch im Wasser,
schrumpft zischend, flammensprühend zusammen bis auf die
schwarze, hochaufgeschwollene, grauenvolle Spinne in ihrem
Gesichte, schrumpft mit dieser zusammen, zischt in diese hinein,
und diese sitzt nun giftstrotzend, trotzig mitten auf dem Kinde und
sprüht aus ihren Augen zornige Blitze dem Priester entgegen.
Dieser sprengt ihr Weihwasser entgegen, es zischt wie auf heißem
Steine gewöhnliches Wasser; immer größer wird die Spinne,
streckt immer weiter ihre schwarzen Beine aus über das Kind,
glotzt immer giftiger den Priester an; da faßt dieser in feurigem
Glaubensmut nach ihr mit kühner Hand. Es ist, als wenn er griffe in
glühende Stacheln hinein, aber unerschüttert greift er fest,
schleudert das Ungeziefer weg, faßt das Kind und eilt mit ihm
sonder Weile der Mutter zu.
Und wie sein Kampf zu Ende war, stillte sich auch der Kampf der
Wolken, sie eilten wieder in ihre dunkeln Kammern; bald flimmerte
in stillem Sternenlicht das Tal, in dem kurz zuvor die wildeste
Schlacht getobet, und fast atemlos ereilte der Priester das Haus, in
welchem an Mutter und Kind die Freveltat begangen worden.
Dort war die Mutter noch ohnmächtig, mit dem gellenden Schrei
hatte sie ihr Leben fortgesendet; neben ihr saß betend die Alte, sie
traute noch auf Gott, daß er mächtiger sei als der Teufel böse. Mit
dem Kinde brachte der Priester der Mutter auch das Leben zurück.
Als sie erwachend das Kindlein wieder sah, durchfloß sie eine
Wonne, wie sie nur die Engel im Himmel kennen, und auf der
Mutter Armen taufte der Priester das Kind im Namen Gottes des
Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes; und jetzt war es
entrissen des Teufels Gewalt auf immer, bis es sich ihm freiwillig
übergeben wollte. Aber vor dem hütete es Gott, in dessen Gewalt
jetzt seine Seele übergeben worden, während der Leib von der
Spinne vergiftet blieb.
Bald schied seine Seele wieder, und wie mit Brandflecken war das
Leibchen gezeichnet. Die arme Mutter weinte wohl, aber, wo jeder
Teil wieder dahin gehet, wo er hingehöret, zu Gott die Seele, zur
Erde der Leib, da findet sich der Trost ein, früher dem, später
jenem.
Sobald der Priester sein heilig Amt verrichtet hatte, begann er ein
seltsam Jucken zu fühlen in Hand und Arm, womit er die Spinne
weggeschleudert. Kleine schwarze Flecken sah er auf der Hand,
sichtbarlich wurden sie größer und schwollen auf, Todesschauer
rieselte ihm durchs Herz. Er segnete die Weiber und eilte heim, die
heiligen Waffen wollte er als getreuer Streiter wieder dahin
bringen, wo sie hingehörten, damit sie einem andern nach ihm zur
Hand seien. Hochauf schwoll der Arm, schwarze Beulen quollen
immer höher auf, er kämpfte mit des Todes Mattigkeit, aber er
erlag ihr nicht.
Als er an den Kilchstalden kam, da sah er Hans, den
gottvergessenen Vater, von dem man nicht wußte, wo er
geblieben, mitten im Wege auf dem Rücken liegen.
Hochgeschwollen und brandschwarz war sein Gesicht, und mitten
auf demselben saß groß und schwarz und grausig die Spinne. Als
der Pfarrer kam, blähte sie sich auf, giftig bäumten sich die Haare
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