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auf ihrem Rücken, giftig und sprühend glotzten ihre Augen ihn an,
sie tat wie die Katze, wenn sie sich rüstet zu einem Sprung in ihres
Todfeindes Gesicht. Da begann der Priester einen guten Spruch
und hob die heiligen Waffen, und die Spinne schrak zusammen,
kroch langbeinig vom schwarzen Gesichte, verlor sich in
zischendem Grase. Darauf ging der Pfarrer vollends heim, stellte
das Allerheiligste an seinen Ort, und während wilde Schmerzen
den Leib zum Tode rissen, harrte in süßem Frieden seine Seele
ihres Gottes, für den sie recht gestritten in kühnem Gotteskampfe,
und lange ließ Gott sie nicht harren.
Aber solch süßer Friede, der still des Herren harrt, war hinten im
Tale, war oben auf den Bergen nicht.
Von dem Augenblicke an, als Christine mit dem geraubten Kinde
den Berg hinuntergefahren war dem Teufel zu, war heilloser
Schreck in alle Herzen gefahren. Während dem fürchterlichen
Ungewitter bebten die Menschen in den Schrecken des Todes,
denn ihre Herzen wußten wohl, wenn Gottes Hand vernichtend
über sie komme, so sei es mehr als wohlverdient. Als das Gewitter
vorüber war, lief die Kunde von Haus zu Haus, wie der Pfarrer das
Kindlein zurückgebracht und getauft, aber kein Hans, keine
Christine gesehen worden.
Der grauende Morgen fand lauter bleiche Gesichter, und die
schöne Sonne färbte sie nicht, denn alle wußten wohl, daß nun
erst das Schrecklichste kommen werde. Da hörte man, daß mit
schwarzen Beulen der Pfarrer gestorben, man fand Hans mit
schrecklichem Gesichte, und von der gräßlichen Spinne, in die
Christine verwandelt worden, hörte man seltsam verwirrte Worte.
Es war ein schöner Erntetag, aber keine Hand rührte sich zur
Arbeit; die Leute liefen zusammen, wie man es pflegt am Tage
nach dem Tage, an welchem ein großes Unglück begegnet ist. Sie
fühlten erst jetzt in ihren bebenden Seelen so recht, was es heiße,
von irdischer Not und Plage mit einer unsterblichen Seele sich
loskaufen zu wollen, fühlten, daß ein Gott im Himmel sei, der alles
Unrecht, das armen Kindern, die sich nicht wehren können,
angetan wird, fürchterlich räche. So stunden sie bebend
zusammen und jammerten, und wer bei den andern war, der durfte
nicht mehr heim, und doch war Zank und Streit unter ihnen, und
einer gab den andern schuld, und jeder wollte abgemahnet und
gewarnet haben, und jeder hatte nichts darwider, daß Strafe die
Schuldigen treffe, sich und sein Haus wollte aber jeder ohne
Strafe. Und wenn sie in diesem schrecklichen Harren und Streiten
ein neu, unschuldig Opfer gewußt hätten, es wäre keiner gewesen,
der nicht an demselben gefrevelt in der Hoffnung, sich selbst zu
retten.
Da schrie mitten im Haufen einer entsetzlich auf, es war ihm, als
sei er in einen glühenden Dorn getreten, als nagle man mit
glühendem Nagel den Fuß an den Boden, als ströme Feuer durch
das Mark seiner Gebeine. Der Haufe fuhr auseinander, und alle
Augen sahen nach dem Fuße, gegen den die Hand des
Schreienden fuhr. Auf dem Fuße aber saß schwarz und groß die
Spinne und glotzte giftig und schadenfroh in die Runde. Da starrte
allen zuerst das Blut in den Adern, der Atem in der Brust, der Blick
im Auge, und ruhig und schadenfroh glotzte die Spinne umher, und
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