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seinen Rittern und meinte, es käme jetzt schwere Strafe ihrer
leichtfertigen Worte wegen. Die Ritter aber wollten auch nicht
schuld sein, und einer schob es dem andern zu, und wenn's auch
keiner sagte, so meinten's doch alle, das gehe eigentlich nur den
von Stoffeln an, denn wenn man es recht nehme, so sei der an
allem schuld. Und neben diesem sahen sie einen jungen
Polenritter an, der hatte eigentlich die meisten leichtfertigen Worte
über das Schloß gesprochen und den von Stoffeln am meisten
gereizt zum neuen Bau und vermessenen Schattengange. Der war
noch sehr jung, aber der wildeste von allen, und wenn's eine
vermessene Tat galt, so war er voran, er war wie ein Heide und
fürchtete weder Gott noch Teufel.
Der merkte wohl, was die andern meinten, aber ihm nicht sagen
durften, merkte auch ihre heimliche Angst. Darum höhnte er sie
und sagte, wenn sie vor einer Spinne sich fürchteten, was sie dann
gegen Drachen machen wollten? Dann wappnete er sich gut und
ritt ins Tal hinauf, sich vermessend, nicht zurückkehren zu wollen,
bis sein Roß die Spinne zertreten, seine Faust sie zerdrückt. Wilde
Hunde sprangen um ihn her, der Falke saß ihm auf der Faust, am
Sattel hing die Lanze, lustig bäumte sich das Pferd; halb
schadenfroh, halb ängstlich sah man ihn aus dem Schlosse reiten
und gedachte der nächtlichen Wache auf Bärhegen, wo die Kraft
der weltlichen Waffen gegen diesen Feind so schlecht sich
bewährt hatte.
Er ritt am Saume eines Tannenwaldes dem nächsten Gehöfe zu,
scharfen Auges spähend um und über sich. Als er das Haus
erblickte, Leute darum, rief er den Hunden, machte das Haupt des
Falken frei, lose klirrte in der Scheide der Dolch. Wie der Falke die
geblendeten Augen zum Ritter kehrte, seines Winkes gewärtig,
prallte er ab der Faust und schoß in die Luft, die hergesprungenen
Hunde heulten auf und suchten mit dem Schweife zwischen den
Beinen das Weite. Vergebens ritt und rief der Ritter, seine Tiere
sah er nicht wieder. Da ritt er den Menschen zu, wollte Kunde
einziehen, sie stunden ihm, bis er nahekam. Da schrien sie
gräßlich auf und flohen in Wald und Schlucht, denn auf des Ritters
Helm saß schwarz, in übernatürlicher Größe die Spinne und
glotzte giftig und schadenfroh ins Land. Was er suchte, das trug
der Ritter und wußte es nicht; in glühendem Zorne rief und ritt er
den Menschen nach, rief immer wütender, ritt immer toller, brüllte
immer entsetzlicher, bis er und sein Roß über eine Fluh hinab zu
Tale stürzten. Dort fand man Helm und Leib, und durch den Helm
hindurch hatten die Füße der Spinne sich gebrannt dem Ritter bis
ins Gehirn hinein, den schrecklichsten Brand ihm dort entzündet,
bis er den Tod gefunden.
Da kehrte der Schreck erst recht ein ins Schloß; sie schlossen sich
ein und fühlten sich doch nicht sicher, sie suchten nach geistigen
Waffen, fanden aber lange niemand, der sie zu führen wußte und
zu führen wagte. Endlich ließ sich ein ferner Pfaffe locken mit Geld
und Wort; er kam und wollte ausziehen mit heiligem Wasser und
heiligen Sprüchen gegen den bösen Feind. Dazu aber stärkte er
sich nicht mit Gebet und Fasten, sondern er tafelte des Morgens
früh mit den Rittern und zählte die Becher nicht und lebte wohl an
Hirsch und Bär. Dazwischen redete er viel von seinen geistigen
Heldentaten und die Ritter von ihren weltlichen, und die Becher
zählte man sich nicht nach, und die Spinne vergaß man. Da
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