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aus, der treuen Mutter durch Hand und Arm bis ins Herz hinein,
aber Muttertreue und Mutterliebe drückten die Hand ihr zu, und
zum Aushalten gab Gott die Kraft. Unter tausendfachen
Todesschmerzen drückte sie mit der einen Hand die Spinne ins
bereitete Loch, mit der andern den Zapfen davor und schlug mit
dem Hammer ihn fest.
Drinnen sauste und brauste es, wie wenn mit dem Meere die
Wirbelwinde streiten, das Haus wankte in seinen Grundfesten,
aber fest saß der Zapfen, gefangen blieb die Spinne. Die treue
Mutter aber freute sich noch, daß sie ihre Kindlein gerettet, dankte
Gott für seine Gnade, dann starb sie auch den gleichen Tod wie
alle, aber ihre Muttertreue löschte die Schmerzen aus, und die
Engel geleiteten ihre Seele zu Gottes Thron, wo alle Helden sind,
die ihr Leben eingesetzt für andere, die für Gott und die Ihren alles
gewagt.
Nun war der schwarze Tod zu Ende. Ruhe und Leben kehrte ins
Tal zurück. Die schwarze Spinne ward nicht mehr gesehen zur
selben Zeit, denn sie saß in jenem Loche gefangen, wo sie jetzt
noch sitzt.« »Was, dort im schwarzen Holz?« schrie die Gotte und
fuhr eines Satzes vom Boden auf, als ob sie in einem
Ameisenhaufen gesessen wäre. An jenem Holze war sie gesessen
in der Stube. Und jetzt brannte sie ihr Rücken, sie drehte sich, sie
schaute hinter sich, fuhr mit der Hand auf und ab und kam nicht
aus der Angst, die schwarze Spinne sitze ihr im Nacken.
Auch den andern waren die Herzen zugeklemmt, als der
Großvater schwieg. Es war ein großes Schweigen über sie
gekommen. Spott mochte niemand wagen, der Sache beistimmen
auch nicht gerne; es hörte jeder lieber auf das erste Wort des
andern, um darnach die eigene Rede richten zu können, so
verfehlt man sich am wenigsten. Da kam die Hebamme, die schon
mehrere Male gerufen hatte, ohne Antwort zu bekommen,
hergelaufen, ihr Gesicht brannte hochrot, es war, als ob die Spinne
auf demselben herumgekrochen wäre. Sie begann zu schmälen,
daß niemand kommen wolle, wie laut sie auch rufe. Das sei ihr
doch auch eine wunderliche Sache; wenn man gekochet habe, so
wolle niemand zum Tisch, und wenn dann alles nicht mehr gut sei,
so solle sie schuld sein an allem, sie wisse wohl, wie es gehe. So
fettes Fleisch, wie drinnen stehe, könne niemand mehr essen,
wenn es kalt geworden; dazu sei es noch gar ungesund.
Nun kamen die Leute wohl, aber gar langsam, und keines wollte
das erste bei der Türe sein, der Großvater mußte der erste sein.
Es war diesmal nicht sowohl die übliche Sitte, nicht den Schein
haben zu wollen, als möge man nicht warten, bis man zum Essen
komme; es war das Zögern, das alle befällt, wenn sie am Eingang
stehen eines schauerlichen Ortes, und doch war drinnen nichts
Schauerliches. Hell glänzten auf dem Tische, frisch gefüllt, die
schönen Weinflaschen, zwei glänzende Schinken prangten,
gewaltige Kalbs- und Schafbraten dampften, frische Züpfen lagen
dazwischen, Teller mit Tateren (Torten), Teller mit dreierlei
Küchlene waren dazwischengezwängt, und auch die Kännchen mit
dem süßen Tee fehlten nicht. So war's ein schönes Schauen, und
doch achteten sich alle desselben wenig, aber alle sahen sich um
mit ängstlichen Augen, ob nicht die Spinne aus irgendeiner Ecke
glitzere oder gar vom prangenden Schinken herab sie anglotze mit
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