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ihren giftigen Augen. Man sah sie nirgends, und doch machte
niemand die üblichen Komplimente: was man doch sinne, noch so
viel aufzustellen, wer das doch essen solle, man habe bereits
mehr als zuviel, sondern alle drängten sich an die untern Ecken
des Tisches, niemand wollte hinauf.
Umsonst mahnte man die Gäste nach oben und zeigte auf die
leeren Plätze, sie stunden unten wie angenagelt; vergebens
schenkte der Kindbettimann ein und rief, sie sollten doch kommen
und Gesundheit machen, es sei eingeschenkt. Da nahm derselbe
die Gotte beim Arme und sagte: »Sei du das Witzigeste und gib
das Exempel!« Aber mit aller Kraft, und die war nicht klein, sperrte
sich die Gotte und rief: »Nicht um tausend Pfund sitze ich mehr da
oben! Es gramselt mir den Rücken auf und nieder, als führe man
mir mit Nesseln daran herum. Und säße ich dort vor dem Bystal,
so fühlte ich die schreckliche Spinne sonder Unterlaß im Nacken.«
»Daran bist du schuld, Großvater«, sagte die Großmutter, »warum
bringst du solche Dinge aufs Tapet! So etwas trägt heutzutag
nichts mehr ab und kann dem ganzen Hause schaden. Und wenn
einst die Kinder aus der Schule kommen und weinen und klagen,
die andern Kinder hielten ihnen vor, ihre Großmutter sei eine Hexe
gewesen und ins Bystal gebannt, so hast du es dann.«
»Sei ruhig, Großmutter!« sagte der Großvater, »man hat heutzutag
alles bald wieder vergessen und behält nichts mehr lange im
Gedächtnis wie ehedem. Man hat die Sache von mir haben wollen,
und es ist besser, die Leute vernehmen punktum die Wahrheit, als
daß sie selbst etwas ersinnen; die Wahrheit bringt unserm Hause
keine Unehre. Aber kommt und sitzet! Seht, vor den Zapfen will ich
selbsten sitzen. Bin ich doch schon viel tausend Tage da gesessen
ohne Furcht und ohne Zagen und darum auch ohne Gefährde. Nur
wenn böse Gedanken in mir aufstiegen, die dem Teufel zur
Handhabe werden konnten, so war es mir, als schnurre es hinter
mir, wie eine Katze schnurret, wenn man sich mit ihr anläßt, ihr
den Balg streicht, ihr behaglich wird, und mir fuhr es den Rücken
auf seltsam und absonderlich. Sonst aber hält sie sich mäusestill
da innen, und solange man hier außen Gott nicht vergißt, muß sie
warten da innen.«
Da faßten die Gäste Mut und setzten sich, aber ganz nahe zum
Großvater rückte niemand. Jetzt endlich konnte der Kindbettimann
vorlegen, legte ein mächtiges Stück Braten seiner Nachbarin auf
den Teller, diese schnitt ein Stückchen ab und legte den Rest auf
des Nachbars Teller, ihn mit dem Daumen von der Gabel streifend.
So ging das Stück um, bis einer sagte, er denke, er behalte es, es
sei noch mehr, wo das gewesen sei; ein neues Stück begann die
Runde. Während der Kindbettimann einschenkte und vorlegte und
die Gäste ihm sagten, er hätte heute einen strengen Tag, ging die
Hebamme herum mit dem süßen Tee, stark gewürzt mit Safran
und Zimmet, bot allen an und fragte: wer ihn liebe, solle es nur
sagen, er sei für alle da. Und wer sagte, er sei Liebhaber, dem
schenkte sie Tee in den Wein und sagte: sie liebe ihn auch, man
möge den Wein viel besser ertragen, er mache einem nicht
Kopfweh. Man aß und trank. Aber kaum war der Lärm vorbei, der
allemal entsteht, wenn man hinter neue Gerichte geht, so ward
man wieder stille, und ernst wurden die Gesichter, man merkte
wohl, alle Gedanken waren bei der Spinne. Scheu und verstohlen
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