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blickten die Augen nach dem Zapfen hinter des Großvaters
Rücken, und doch scheute jeder sich, wieder davon anzufangen.
Da schrie laut auf die Gotte und wäre fast vom Stuhle gefallen.
Eine Fliege war über den Zapfen gelaufen, sie hatte geglaubt, der
Spinne schwarze Beine gramselten zum Loche heraus, und zitterte
vor Schreck am ganzen Leibe. Kaum ward sie ausgelacht; ihr
Schreck war willkommener Anlaß, von neuem von der Spinne
anzufangen, denn wenn einmal eine Sache unsere Seele recht
berührt hat, so kommt dieselbe nicht so schnell davon los.
»Aber hör mal, Vetter«, sagte der ältere Götti, »ist die Spinne
seither nie aus dem Loche gekommen, sondern immer darin
geblieben seit so vielen hundert Jahren?« »E«, sagte die
Großmutter, »es wäre besser, man schwiege von der ganzen
Sache, man hätte ja den ganzen Nachmittag davon geredet.« »E,
Mutter", sagte der Vetter, »laß deinen Alten reden, er hat uns recht
kurze Zeit gemacht, und vorhalten wird euch das Ding niemand,
stammet ihr ja nicht von Christine ab. Und du bringst unsere
Gedanken doch nicht von der Sache ab; und wenn wir nicht von ihr
reden dürfen, so reden wir auch von nichts anderem, dann gibt's
keine kurze Zeit mehr. Nun, Großvater, rede, deine Alte wird es
uns nicht vergönnen!« »He, wenn ihr es zwingen wollet, so zwinget
es meinethalben, aber gescheuter wäre es gewesen, man hätte
jetzt von etwas anderm angefangen und besonders jetzt auf die
Nacht hin«, sagte die Großmutter.
Da begann der Großvater, und alle Gesichter spannten sich
wieder: »Was ich weiß, ist nicht mehr viel, aber was ich weiß, will
ich sagen; es kann sich vielleicht in der heutigen Zeit jemand ein
Exempel daran nehmen, schaden würde es wahrhaftig vielen
nichts.
Als die Leute die Spinne eingesperrt wußten, sie ihres Lebens
wieder sicher, da soll es ihnen gewesen sein, als seien sie im
Himmel und der liebe Gott mit seiner Seligkeit mitten unter ihnen,
und lange ging es gut. Sie hielten sich zu Gott und flohen den
Teufel, und auch die Ritter, die frisch eingezogen waren ins
Schloß, hatten Respekt vor Gottes Hand und hielten milde die
Menschen und halfen ihnen auf.
Dieses Haus aber betrachteten alle mit Ehrfurcht, fast wie eine
Kirche. Anfangs schauderte es sie freilich, wenn sie es ansahen,
den Kerker der schrecklichen Spinne sahen und dachten, wie
leicht sie da losbrechen und das Elend von vornen anfangen
könnte mit des Teufels Gewalt. Aber sie sahen bald, daß da
Gottes Gewalt stärker sei als die des Teufels, und aus Dank gegen
die Mutter, die für alle gestorben, halfen sie den Kindern und
bauten ihnen unentgeltlich den Hof, bis sie ihn selbsten arbeiten
konnten. Die Ritter wollten ihnen bewilligen, ein neues Haus zu
bauen, damit sie vor der Spinne sich nicht zu fürchten hätten oder
diese durch Zufall im bewohnten Hause loskomme, und viele
Nachbaren wollten ihnen helfen, die der Scheu vor dem Untier, vor
dem sie so schrecklich gezittert, nicht loswerden konnten. Aber die
alte Großmutter wollte es nicht tun. Sie lehrte ihre Enkel: hier sei
die Spinne gebannt durch Gott Vater, Sohn und Heiligen Geist;
solange diese drei heiligen Namen gelten in diesem Hause,
solange in diesen drei heiligen Namen an diesem Tische gegessen
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