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und getrunken werde, so lange seien sie vor der Spinne sicher und
diese fest im Loche, und kein Zufall mache etwas an der Sache.
Hier an diesem Tische, hinter ihnen die Spinne, werden sie nie
vergessen, wie nötig ihnen Gott und wie mächtig er sei; so mahne
sie die Spinne an Gott und müsse dem Teufel zum Trotz ihnen
zum Heil werden. Ließen sie aber von Gott, und wäre es hundert
Stunden von da, so könnte die Spinne sie finden oder der Teufel
selbst. Das faßten die Kinder, blieben im Hause, wuchsen
gottesfürchtig auf, und über dem Hause war der Segen Gottes.
Das Bübchen, welches so treu an der Mutter gewesen, so treu die
Mutter an ihm, wuchs auf zu einem stattlichen Manne, der lieb war
Gott und Menschen und Gnade bei den Rittern fand. Darum ward
er auch gesegnet mit zeitlichem Gut und vergaß Gott nie darob,
ward nie geizig damit; er half andern in ihren Nöten, wie er
wünschte, daß ihm geholfen werde in der letzten Not; und wo er zu
schwach zu eigener Hülfe war, da ward er ein um so kräftigerer
Fürsprecher bei Gott und Menschen. Er ward gesegnet mit einem
weisen Weibe, und zwischen ihnen war ein unergründlicher Friede,
darum blühten fromm ihre Kinder auf, und beide fanden spät einen
sanften Tod. Seine Familie blühte fort in Gottesfurcht und
Rechttun.
Ja, über dem ganzen Tale lag der Segen Gottes, und Glück war in
Feld und Stall und Friede unter den Menschen. Die schreckliche
Lehre war den Menschen zu Herzen gegangen, sie hielten fest an
Gott; was sie taten, taten sie in seinem Namen, und wo einer dem
andern helfen konnte, da säumte er nicht. Vom Schlosse her ward
ihnen kein Übel, aber viel Gutes. Immer weniger Ritter wohnten
dort, denn immer härter ward der Streit im Heidenlande und immer
nöter jede Hand, die fechten konnte; die aber, welche im Schlosse
waren, mahnte täglich die große Totenhalle, in der die Spinne an
Rittern wie an den Bauren ihre Macht geübt, daß Gott mit gleicher
Kraft über jedem sei, der von ihm abfalle, sei er Bauer oder Ritter.
So schwanden viele Jahre in Glück und Segen, und das Tal ward
berühmt vor allen andern. Stattlich waren ihre Häuser, groß ihre
Vorräte, manch Geldstück ruhte im Kasten, ihr Vieh war das
schönste zu Berg und Tal, und ihre Töchter waren berühmt
landauf, landab und ihre Söhne gerne gesehen überall. Und dieser
Ruhm welkte nicht über Nacht wie dem Jonas seine
Schattenstaude, sondern er dauerte von Geschlecht zu
Geschlecht; denn in der gleichen Gottesfurcht und Ehrbarkeit wie
die Väter lebten auch die Söhne von Geschlecht zu Geschlecht.
Aber wie gerade in den Birnbaum, der am flüssigsten genähret
wird, am stärksten treibt, der Wurm sich bohrt, ihn umfrißt, welken
läßt und tötet, so geschieht es, daß, wo Gottes Segenstrom am
reichsten über die Menschen fließt, der Wurm in den Segen
kömmt, die Menschen bläht und blind macht, daß sie ob dem
Segen Gott vergessen, ob dem Reichtum den, der ihn gegeben
hat, daß sie werden wie die Israeliten, die, wenn Gott ihnen
geholfen, ob goldenen Kälbern ihn vergaßen.
So wurden, nachdem viele Geschlechter dahingegangen, Hochmut
und Hoffart heimisch im Tale, fremde Weiber brachten und
mehrten beides. Die Kleider wurden hoffärtiger, Kleinode sah man
glänzen, ja, selbst an die heiligen Zeichen wagte die Hoffart sich,
und statt daß ihre Herzen während dem Beten inbrünstig bei Gott
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