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er hier oben am Tische saß, so schien es ihm, er könne am
andächtigsten beten. Er sagte, wie er es meinte, aber seine
Weiber hießen ihn schweigen, und weil er ihr Knecht war, so
schwieg er auch, weinte aber oft bitterlich, wenn sie es nicht
sahen.
Dort, oberhalb des Baumes, unter welchem wir gesessen, sollte
ein Haus gebaut werden, wie keiner eins hätte in der ganzen
Gegend.
In hoffärtiger Ungeduld, weil sie keinen Verstand vom Bauen
hatten und nicht warten mochten, bis sie mit dem neuen Hause
hochmütig tun konnten, plagten sie beim Bauen Gesinde und Vieh
übel, schonten selbst die heiligen Feiertage nicht und gönnten
ihnen auch des Nachts nicht Ruhe, und kein Nachbar war, der
ihnen helfen konnte, daß sie zufrieden waren, dem sie nicht Böses
nachgewünscht, wenn er nach unentgeltlicher Hülfe, wie man sie
schon damals einander leistete, wieder heimging, um auch zu
seiner Sache zu sehen.
Als man aufrichtete und den ersten Zapfen in die Schwelle schlug,
so rauchte es aus dem Loche herauf wie nasses Stroh, wenn man
es anbrennen will; da schüttelten die Werkleute bedenklich die
Köpfe und sagten es heimlich und laut, daß der neue Bau nicht alt
werden werde, aber die Weiber lachten darüber und achteten des
Zeichens sich nicht. Als endlich das Haus erbauet war, zogen sie
hinüber, richteten sich ein mit unerhörter Pracht und gaben als
sogenannte Hausräuki eine Kilbi, die drei Tage lang dauerte und
Kind und Kindeskinder noch davon erzählten im ganzen
Emmental.
Aber während allen dreien Tagen soll man im ganzen Hause ein
seltsam Surren gehört haben wie das einer Katze, welcher es
behaglich wird, weil man ihr den Balg streicht. Doch die Katze, von
welcher es kam, konnte man trotz alles Suchens nicht finden; da
ward manchem unheimlich, und trotz aller Herrlichkeit lief er mitten
aus dem Feste. Nur die Weiber hörten nichts oder achteten sich
dessen nicht, mit dem neuen Hause meinten sie alles gewonnen.
Ja, wer blind ist, sieht auch die Sonne nicht, und wer taub ist, hört
auch den Donner nicht. Darum freuten die Weiber des neuen
Hauses sich, wurden alle Tage hoffärtiger, dachten an die Spinne
nicht, sondern führten im neuen Hause ein üppiges, arbeitsloses
Leben mit Putzen und Essen, kein Mensch konnte es ihnen treffen,
und an Gott dachten sie nicht.
Im alten Hause blieb das Gesinde alleine, lebte, wie es wollte, und
wenn Christen dasselbe auch unter seiner Aufsicht haben wollte,
so duldeten die Weiber es nicht und schalten ihn, die Mutter aus
Hochmut hauptsächlich, das Weib aus Eifersucht zumeist. Daher
war drunten keine Ordnung und bald auch keine Gottesfurcht, und
wo kein Meister ist, geht es so durchweg. Wenn kein Meister oben
am Tische sitzt, kein Meister im Hause die Ohren spitzt, kein
Meister draußen und drinnen die Zügel hält, so meint sich bald der
der Größte, welcher am wüstesten tut, und der der Beste, welcher
die ruchlosesten Reden führt.
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