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Ungeduldig war schon lange die Hebamme herumgetrippelt, und
endlich bändigte sie das Wort nicht länger, sondern sagte: »Wenn
ich dir etwas helfen kann, so sage es nur, ich habe wohl Zeit
dazu!« »He, pressiere doch nicht!« sagte die Frau. Die arme Gotte
aber, die rauchte wie ein Dampfkessel, verstand den Wink,
versorgete den heißen Kaffee so schnell als möglich und sagte
zwischen den Absätzen, zu denen der glühende Trank sie zwang:
»Ich wäre schon lange zweg, wenn ich nicht mehr hätte nehmen
müssen, als ich hinunterbringen kann, aber ich komme jetzt.«
Sie stund auf, packte die Säcklein aus, übergab Züpfe, Kleidung,
Einbund - ein blanker Neutaler, eingewickelt in den schön
gemalten Taufspruch - und machte manche Entschuldigung, daß
alles nicht besser sei. Darein aber redete die Hausmutter mit
manchem Ausruf, wie das keine Art und Gattung hätte, sich so zu
verköstigen, wie man es fast nicht nehmen dürfte; und wenn man
das gewußt hätte, so hätte man sie gar nicht ansprechen dürfen.
Nun ging auch das Mädchen an sein Werk, verbeiständet von der
Hebamme und der Hausfrau, und wendete das möglichste an, eine
schöne Gotte zu sein von Schuh und Strümpfen an bis hinauf zum
Kränzchen auf der kostbaren Spitzenkappe. Die Sache ging
umständlich zu trotz der Ungeduld der Hebamme, und immer war
der Gotte die Sache nicht gut genug und bald dies, bald das nicht
am rechten Ort. Da kam die Großmutter herein und sagte: »Ich
muß doch auch kommen und sehen, wie schön unsere Gotte sei.«
Nebenbei ließ sie fallen, daß es schon das zweite Zeichen geläutet
habe und beide Götten draußen in der äußern Stube seien.
Draußen saßen allerdings die zwei männlichen Paten, ein alter
und ein junger, den neumodischen Kaffee, den sie alle Tage
haben konnten, verschmähend, hinter dem dampfenden
Weinwarm, dieser altertümlichen, aber guten Bernersuppe,
bestehend aus Wein, geröstetem Brot, Eiern, Zucker, Zimmet und
Safran, diesem ebenso altertümlichen Gewürze, das an einem
Kindstaufeschmaus in der Suppe, im Voressen, im süßen Tee
vorkommen muß. Sie ließen es sich wohlschmecken, und der alte
Götti, den man Vetter nannte, hatte allerlei Späße mit dem
Kindbettimann und sagte ihm, daß sie ihm heute nicht schonen
wollten, und dem Weinwarm an gönne er es ihnen, daran sei
nichts gespart, man merke, daß er seinen zwölfmäßigen Sack
letzten Dienstag dem Boten mit nach Bern gegeben, um ihm
Safran zu bringen. Als sie nicht wußten, was der Vetter damit
meine, sagte er: letzthin habe sein Nachbar Kindbetti haben
müssen; da habe er dem Boten einen großen Sack mitgegeben
und sechs Kreuzer mit dem Auftrage, er solle ihm doch in diesem
Sacke für sechs Kreuzer von dem gelben Pulver bringen, ein Mäß
oder anderthalbes, von dem man an den Kindstaufen in allem
haben müsse, seine Weiber wollten es einmal so haben.
Da kam die Gotte hinein wie eine junge Morgensonne und wurde
von den Mitgevattern Gottwillchen geheißen und zum Tisch
gezogen und ein großer Teller voll Weinwarm vor sie gestellt, und
den sollte sie essen, sie hätte wohl noch Zeit, während man das
Kind zurechtmache. Das arme Kind wehrte sich mit Händen und
Füßen, behauptete, es hätte gegessen für manchen Tag, es könne
nicht mehr schnaufen. Aber da half alles nichts. Alt und jung war
mit Spott und Ernst hinter ihm, bis es zum Löffel griff, und seltsam,
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