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ward sein Blut. Die Kraft wollte erstarren, der Atem stocken, aber
er betete fort und fort, hielt Gott fest vor Augen, hielt aus in der
Hölle Glut. Schon sah er sein Haus, mit dem Schmerz wuchs sein
Hoffen, unter der Türe war das Weib. Als dasselbe ihn kommen
sah ohne Kind, stürzte es sich ihm entgegen einer Tigerin gleich,
der man die Jungen geraubt, es glaubte an den schändlichsten
Verrat. Es achtete sich seines Winkens nicht, hörte nicht die Worte
aus seiner keuchenden Brust, stürzte in seine vorgestreckten
Hände, klammerte an sie sich an, in Todesangst mußte er die
Wütende schleppen zum Hause herein, muß frei die Arme
kämpfen, ehe es ihm gelingt, ins alte Loch die Spinne zu drängen,
mit sterbenden Händen den Zapfen vorzuschlagen. Er vermag's
mit Gottes Hülfe. Den sterbenden Blick wirft er auf die Kinder, hold
lächeln sie im Schlafe. Da wird es ihm leicht, eine höhere Hand
schien seine Glut zu löschen, und laut betend schließt er zum
Tode seine Augen, und Frieden und Freude fanden die auf seinem
Gesichte, die vorsichtig und angstvoll kamen, zu schauen, wo das
Weib geblieben. Erstaunt sahen sie das Loch verschlagen, aber
das Weib fanden sie versengt und verzerrt im Tode liegen; an
Christes Hand hatte sie den feurigen Tod geholt. Noch standen sie
und wußten nicht, was geschehen war, als mit dem Kinde das
Bübchen wiederkehrte, vom Priester begleitet, der das Kind
schnell getauft nach damaliger Sitte und wohlgerüstet und mutvoll
dem gleichen Kampfe entgegengehen wollte, in dem sein
Vorgänger siegreich das Leben gelassen. Aber ein solch Opfer
forderte Gott nicht von ihm, den Kampf hatte schon ein anderer
bestanden.
Lange faßten die Leute nicht, welch große Tat Christen vollbracht.
Als ihnen endlich Glaube und Erkenntnis kam, da beteten sie
freudig mit dem Priester, dankten Gott für das neu geschenkte
Leben und für die Kraft, die er Christen gegeben. Diesem aber
baten sie im Tode noch ihr Unrecht ab und beschlossen, mit hohen
Ehren ihn zu begraben, und sein Andenken stellte sich glorreich
wie das eines Heiligen in aller Seelen.
Sie wußten nicht, wie ihnen war, als der so schreckliche Schreck,
der fort und fort durch ihre Glieder zitterte, auf einmal
geschwunden war und sie mit Freuden wieder in den blauen
Himmel hinaufsehen konnten ohne Angst, die Spinne krieche
unterdessen auf ihre Füße. Sie beschlossen viele Messen und
einen allgemeinen Kilchgang; vor allem wollten sie die beiden
Leichen bestatten, Christen und seine Drängerin, dann sollten
auch die andern eine Stätte finden, soweit es möglich war.
Es war ein feierlicher Tag, als das ganze Tal zur Kirche wanderte,
und auch in manchem Herzen war es feierlich, manche Sünde
ward erkannt, manch Gelübde ward getan, und von dem Tage an
wurde viel übertriebenes Wesen auf den Gesichtern und in den
Kleidern nicht mehr gesehen.
Als in der Kirche und auf dem Kirchhofe viele Tränen geflossen,
viele Gebete geschehen waren, gingen alle aus der ganzen
Talschaft, welche zur Begräbnis gekommen war - und gekommen
waren alle, die ihrer Glieder mächtig waren -, zum üblichen Imbiß
ins Wirtshaus. Da geschah es nun, daß wie üblich Weiber und
Kinder an einem eigenen Tische saßen, die sämtliche erwachsene
Mannschaft aber Platz hatte an dem berühmten Scheibentische,
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