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der jetzt noch im Bären zu Sumiswald zu sehen ist. Er ward
aufbewahret zum Andenken, daß einst nur noch zwei Dutzend
Männer waren, wo jetzt an zwei Tausende wohnen, zum
Andenken, daß auch das Leben der Zweitausende in der Hand
dessen stehe, der die zwei Dutzend gerettet. Damals säumte man
sich nicht lange an der Gräbt; es waren die Herzen zu voll, als daß
viel Speise und Trank Platz gehabt hätte. Als sie aus dem Dorfe
hervor auf die freie Höhe kamen, sahen sie eine Röte am Himmel,
und als sie heimkamen, fanden sie das neue Haus niedergebrannt
bis auf den Boden; wie es zugegangen, erfuhr man nie.
Aber was Christen an ihnen getan, vergaßen die Leute nicht, an
seinen Kindern vergalten sie es. Fromm und wacker erzogen sie
dieselben in den frömmsten Häusern; an ihrem Gute vergriff sich
keine Hand, obgleich keine Rechnung zu sehen war. Es wurde
gemehret und wohl besorgt, und als die Kinder auferwachsen
waren, so waren sie nicht nur nicht um ihr Gut betrogen, sondern
noch viel weniger um ihre Seelen. Es wurden rechtschaffene,
gottesfürchtige Menschen, die Gnade bei Gott hatten und
Wohlgefallen bei den Menschen, die Segen im Leben fanden und
im Himmel noch mehr. Und so blieb es in der Familie, und man
fürchtete die Spinne nicht, denn man fürchtete Gott, und wie es
gewesen war, so soll es, so Gott will, auch bleiben, solange hier
ein Haus steht, solange Kinder den Eltern folgen in Wegen und
Gedanken.«
Hier schwieg der Großvater, und lange schwiegen alle, und die
einen sannen dem Gehörten nach, und die andern meinten, er
schöpfe Atem und fahre dann weiters fort.
Endlich sagte der ältere Götti: »An dem Scheibentisch bin ich
manchmal gesessen und habe von dem Sterbet gehört und daß
nach demselben sämtliche Mannschaft in der Gemeinde daran
Platz gehabt. Aber wie punktum alles zugegangen, das konnte mir
niemand sagen. Die einen stürmten dies und andere anders. Aber
sage mir, wo hast du denn alles das vernommen?«
»He«, sagte der Großvater, »das erbte sich bei uns vom Vater auf
den Sohn, und als das Andenken davon bei den andern Leuten im
Tale sich verlor, hielt man es in der Familie sehr heimlich und
scheuete sich, etwas davon unter die Menschen zu lassen. Nur in
der Familie redete man davon, damit kein Glied derselben
vergesse, was ein Haus bauet und ein Haus zerstört, was Segen
bringt und Segen vertreibt. Du hörst es meiner Alten wohl noch an,
wie ungern sie es hat, wenn man so öffentlich davon redet. Aber
mich dünkt, es täte je länger je nöter, davon zu reden, wie weit
man es mit Hochmut und Hoffart bringen kann. Darum tue ich auch
nicht mehr so geheim mit der Sache, und es ist nicht das erstemal,
daß ich unter guten Freunden sie erzählet. Ich denke immer, was
unsere Familie so viele Jahre im Glücke erhalten, das werde
andern auch nicht schaden, und recht sei es nicht, ein Geheimnis
mit dem zu machen, was Glück und Gottes Segen bringt.«
»Du hast recht, Vettermann«, antwortete der Götti, »aber fragen
muß ich dich doch noch: War denn das Haus, welches du vor
sieben Jahren einrissest, das uralte? Ich kann das fast nicht
glauben.« »Nein«, sagte der Großvater. »Das uralte Haus war gar
baufällig geworden schon vor fast dreihundert Jahren, und der
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