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Segen Gottes in Feldern und Matten hatte schon lange nicht mehr
Platz darin. Und doch wollte es die Familie nicht verlassen, und ein
neues bauen durfte sie nicht, sie hatte nicht vergessen, wie es
dem früheren ergangen. So kam sie in große Verlegenheit und
fragte endlich einen weisen Mann, der zu Haslebach gewohnt
haben soll, um Rat. Der soll geantwortet haben: ein neues Haus
könnten sie wohl bauen an die Stelle des alten und nicht
anderswo, aber zwei Dinge müßten sie wohl bewahren, das alte
Holz, worin die Spinne sei, den alten Sinn, der ins alte Holz die
Spinne geschlossen, dann werde der alte Segen auch im neuen
Hause sein.
Sie bauten das neue Haus und fügten ihm ein mit Gebet und
Sorgfalt das alte Holz, und die Spinne rührte sich nicht, Sinn und
Segen änderten sich nicht.
Aber auch das neue Haus ward wiederum alt und klein,
wurmstichig und faul sein Holz, nur der Posten hier blieb fest und
eisenhart. Mein Vater hätte schon bauen sollen, er konnte es
erwehren, es kam an mich. Nach langem Zögern wagte ich es. Ich
tat wie die Frühern, fügte das alte Holz dem neuen Hause bei, und
die Spinne regte sich nicht. Aber gestehen will ich es: mein Lebtag
betete ich nie so inbrünstig wie damals, als ich das verhängnisvolle
Holz in Händen hatte; die Hand, der ganze Leib brannte mich,
unwillkürlich mußte ich sehen, ob mir nicht schwarze Flecken
wüchsen an Hand und Leib, und ein Berg fiel mir von der Seele,
als endlich alles an seinem Orte stund. Da ward meine
Überzeugung noch fester, daß weder ich noch meine Kinder und
Kindeskinder etwas von der Spinne zu fürchten hätten, solange wir
uns fürchten vor Gott.« Da schwieg der Großvater, und noch war
der Schauer nicht verflogen, der ihnen den Rücken
heraufgekrochen, als sie hörten, der Großvater hätte das Holz in
Händen gehabt, und sie dachten, wie es ihnen wäre, wenn sie es
auch darein nehmen müßten.
Endlich sagte der Vetter: »Es ist nur schade, daß man nicht weiß,
was an solchen Dingen wahr ist. Alles kann man kaum glauben,
und etwas muß doch an der Sache sein, sonst wäre das alte Holz
nicht da.« Sei jetzt daran wahr, was da wolle, so könne man viel
daraus lernen, sagte der jüngere Götti, und dazu hätten sie noch
kurze Zeit gehabt, es dünke ihn, er sei erst aus der Kirche
gekommen.
Sie sollten nicht zuviel sagen, sagte die Großmutter, sonst fange
ihr Alter ihnen eine neue Geschichte an, sie sollten jetzt auch
einmal essen und trinken, es sei ja eine Schande, wie niemand
esse und trinke. Es solle doch nicht alles schlecht sein, sie hätten
angewendet, so gut sie es verstanden.
Nun ward viel gegessen, viel getrunken und zwischendurch
gewechselt manche verständige Rede, bis groß und golden am
Himmel der Mond stund, die Sterne aus ihren Kammern traten, zu
mahnen die Menschen, daß es Zeit sei, schlafen zu gehn in ihre
Kämmerlein.
Die Menschen sahen die geheimnisvollen Mahner wohl, aber sie
saßen da so heimelig, und jedem klopfte es unheimlich unterem
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