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ein Löffel nach dem andern fand noch sein Plätzchen. Doch da
kam schon wieder die Hebamme mit dem schön eingewickelten
Kinde, zog ihm das gestickte Käppchen an mit dem rosenroten
Seidenbande, legte dasselbe in das schöne Dachbettlein, steckte
ihm das süße Lulli ins Mäulchen und sagte: sie begehre niemand
zu versäumen und hätte gedacht, sie wolle alles zurechtmachen,
man könne dann immer gehen, wann man wolle. Man umstand
das Kind und rühmte es wie billig, und es war auch ein
wunderappetitlich Bübchen. Die Mutter freute sich des Lobes und
sagte: »Ich wäre auch so gerne mit zur Kirche gekommen und
hätte es Gott empfehlen helfen; und wenn man selbst dabei ist,
wenn das Kind getauft wird, so sinnet man um so besser daran,
was man versprochen hat. Zudem ist es mir so unbequem, wenn
ich noch eine ganze Woche lang nicht vor das Dachtraufe darf,
jetzt, wo man alle Hände voll zu tun hat mit dem Anpflanzen.«
Aber die Großmutter sagte, so weit sei es doch noch nicht, daß
ihre Sohnsfrau wie eine arme Frau in den ersten acht Tagen ihren
Kirchgang tun müsse, und die Hebamme setzte hinzu, sie hätte es
gar nicht gerne, wenn junge Weiber mit den Kindern zur Kirche
gingen. Sie hätten immer Angst, es gehe daheim etwas Krummes,
hätten doch nicht die rechte Andacht in der Kirche, und auf dem
Heimweg pressierten sie zu stark, damit ja nichts versäumt werde,
erhitzten sich, und gar manche sei übel krank geworden und gar
gestorben.
Da nahm die Gotte das Kind im Dachbette auf die Arme, die
Hebamme legte das schöne, weiße Tauftuch mit den schwarzen
Quasten in den Ecken über das Kind, sorgfältig den schönen
Blumenstrauß an der Gotte Brust schonend, und sagte: »So geht
jetzt in Gottes heiligen Namen!« Und die Großmutter legte die
Hände ineinander und betete still einen inbrünstigen Segen. Die
Mutter aber ging mit dem Zuge hinaus bis unter die Türe und
sagte: »Mein Bübli, mein Bübli, jetzt sehe ich dich drei ganze
Stunden nicht, wie halte ich das aus!« Und alsobald schoß es ihr in
die Augen, rasch fuhr sie mit dem Fürtuch darüber und ging ins
Haus.
Rasch schritt die Gotte die Halde ab den Kirchweg entlang, auf
ihren starken Armen das muntere Kind, hintendrein die zwei
Götteni, Vater und Großvater, deren keinem in Sinn kam, die Gotte
ihrer Last zu entledigen, obgleich der jüngere Götti in einem
stattlichen Maien auf dem Hute das Zeichen der Ledigkeit trug und
in seinem Auge etwas wie großes Wohlgefallen an der Gotte,
freilich alles hinter der Blende großer Gelassenheit verborgen.
Der Großvater berichtete, welch schrecklich Wetter es gewesen
sei, als man ihn zur Kirche getragen, vor Hagel und Blitz hätten die
Kirchgänger kaum geglaubt, mit dem Leben davonzukommen.
Hintenher hätten die Leute ihm allerlei geweissaget dieses Wetters
wegen, die einen einen schrecklichen Tod, die anderen großes
Glück im Kriege; nun sei es ihm gegangen in aller Stille wie den
andern auch, und im fünfundsiebenzigsten Jahre werde er weder
frühe sterben noch großes Glück im Kriege machen.
Mehr als halben Weges waren sie gegangen, als ihnen die
Jungfrau nachgesprungen kam, welche das Kind nach Hause zu
tragen hatte, sobald es getauft war, während Eltern und
Gevatterleute nach alter schöner Sitte noch der Predigt
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