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beiwohnten. Die Jungfrau hatte auch anwenden wollen nach
Kräften, um auch schön zu sein. Ob dieser handlichen Arbeit hatte
sie sich verspätet und wollte jetzt der Gotte das Kind abnehmen;
aber diese ließ es nicht, wie man ihr auch zuredete. Das war eine
gar zu gute Gelegenheit, dem schönen ledigen Götti zu zeigen,
wie stark ihre Arme seien und wieviel sie erleiden möchten. Starke
Arme an einer Frau sind einem rechten Bauer viel anständiger als
zarte, als so liederliche Stäbchen, die jeder Bysluft, wenn er
ernstlich will, auseinanderwehen kann; starke Arme an einer
Mutter sind schon vielen Kindern zum Heil gewesen, wenn der
Vater starb und die Mutter die Rute allein führen, alleine den
Haushaltungswagen aus allen Löchern heben mußte, in die er
geraten wollte.
Aber auf einmal ist's, als ob jemand die starke Gotte an den
Züpfen halte oder sie vor den Kopf schlage, sie prallt ordentlich
zurück, gibt der Jungfrau das Kind, bleibt dann zurück und stellt
sich, als ob sie mit dem Strumpfband zu tun hätte. Dann kömmt sie
nach, gesellt sich den Männern bei, mischt sich in die Gespräche,
will den Großvater unterbrechen, ihn bald mit diesem, bald mit
jenem ablenken von dem Gegenstand, den er gefaßt hat. Der aber
hält, wie alte Leute meist gewohnt sind, seinen Gegenstand fest
und knüpft unverdrossen den abgerissenen Faden immer neu
wieder an. Nun macht sie sich an des Kindes Vater und versucht
diesen durch allerlei Fragen zu Privatgesprächen zu verführen;
allein der ist einsilbig und läßt den angesponnenen Faden immer
wieder fallen. Vielleicht hat er seine eigenen Gedanken, wie jeder
Vater sie haben sollte, wenn man ihm ein Kind zur Taufe trägt und
namentlich das erste Bübchen. Je näher man der Kirche kam,
desto mehr Leute schlossen dem Zuge sich an, die einen warteten
schon mit den Psalmenbüchern in der Hand am Wege, andere
sprangen eiliger die engen Fußwege hinunter, und einer großen
Prozession ähnlich rückten sie ins Dorf.
Zunächst der Kirche stand das Wirtshaus, die so oft in naher
Beziehung stehen und Freud und Leid miteinander teilen und zwar
in allen Ehren. Dort stellte man ab, machte das Bübchen trocken,
und der Kindbettimann bestellte eine Maß, wie sehr auch alle
einredeten, er solle doch das nicht machen, sie hätten ja erst
gehabt, was das Herz verlangt, und möchten weder Dickes noch
Dünnes. Indessen, als der Wein einmal da war, tranken doch alle,
vornehmlich die Jungfrau; die wird gedacht haben, sie müsse Wein
trinken, wenn jemand ihr Wein geben wolle, und das geschehe
durch ein langes Jahr durch nicht manchmal. Nur die Gotte war zu
keinem Tropfen zu bewegen trotz allem Zureden, das kein Ende
nehmen wollte, bis die Wirtin sagte: man solle doch nachlassen mit
Nötigen, das Mädchen werde ja zusehends blässer, und
Hoffmannstropfen täten ihm nöter als Wein. Aber die Gotte wollte
deren auch nicht, wollte kaum ein Glas bloßes Wasser, mußte sich
endlich einige Tropfen aus einem Riechfläschchen aufs Nastuch
schütten lassen, zog unschuldigerweise manchen verdächtigen
Blick sich zu und konnte sich nicht rechtfertigen, konnte sich nicht
helfen lassen. An gräßlicher Angst litt die Gotte und durfte sie nicht
merken lassen. Es hatte ihr niemand gesagt, welchen Namen das
Kind erhalten solle, und den die Gotte nach alter Übung dem
Pfarrer, wenn sie ihm das Kind übergibt, einzuflüstern hat, da
derselbe die eingeschriebenen Namen, wenn viele Kinder zu
taufen sind, leicht verwechseln kann.
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