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fürchten und sie doch allen ihren Mädchen anhängten, während
sie den Buben nichts täte. Da hätte sie nur getrost fragen können.
Schöne Haberacker, niedliche Flachsplätze, herrliches Gedeihen
auf Wiese und Acker zogen aber bald die Aufmerksamkeit auf sich
und fesselten die Gemüter. Sie fanden manchen Grund, langsam
zu gehn, stillezustehn, und doch hatte die schöne, steigende
Maiensonne allen warm gemacht, als sie heimkamen, und ein Glas
kühlen Weins tat jedermann wohl, wie sehr man sich auch
dagegen sträubte. Dann setzte man sich vor das Haus, während in
der Küche die Hände emsig sich rührten, das Feuer gewaltig
prasselte. Die Hebamme glühte wie einer der drei aus dem
feurigen Ofen. Schon vor eilf rief man zum Essen, aber nur die
Diensten, speiste die vorweg, und zwar reichlich, aber man war
doch froh, wenn sie, die Knechte namentlich, einem aus dem
Wege kamen.
Etwas langsam floß den vor dem Hause Sitzenden das Gespräch,
doch versiegte es nicht; vor dem Essen stören die Gedanken des
Magens die Gedanken der Seele, indessen läßt man nicht gerne
diesen innern Zustand innewerden, sondern bemäntelt ihn mit
langsamen Worten über gleichgültige Gegenstände. Schon stand
die Sonne überem Mittag, als die Hebamme mit flammendem
Gesicht, aber immer noch blanker Schürze unter der Türe erschien
und die allen willkommene Nachricht brachte, daß man essen
könnte, wenn alle da wären. Aber die meisten der Geladenen
fehlten noch, und die schon früher nach ihnen gesandten Boten
brachten wie die Knechte im Evangelium allerlei Bescheid, mit
dem Unterschied jedoch, daß eigentlich alle kommen wollten, nur
jetzt noch nicht; der eine hatte Werkleute, der andere Leute
bestellt, und der dritte mußte noch wohin - aber warten solle man
nicht auf sie, sondern nur fürfahren in der Sache. Rätig war man
bald, dieser Mahnung zu folgen, denn wenn man allen warten
müßte, sagte man, so könne das gehen, bis der Mond käme;
nebenbei freilich brummte die Hebamme: es sei doch nichts
Dümmeres als ein solches Wartenlassen, im Herzen wäre doch
jeder gerne da, und zwar je eher je lieber, aber es solle es
niemand merken. So müsse man die Mühe haben, alles wieder an
die Wärme zu stellen, wisse nie, ob man genug habe, und werde
nie fertig.
War aber schon der Rat wegen den Abwesenden schnell gefaßt,
so war man doch mit den Anwesenden noch nicht fertig, hatte
bedenkliche Mühe, sie in die Stube, sie zum Sitzen zu bringen,
denn keiner wollte der erste sein, bei diesem nicht, bei jenem
nicht. Als endlich alle saßen, kam die Suppe auf den Tisch, eine
schöne Fleischsuppe, mit Safran gefärbt und gewürzt und mit dem
schönen, weißen Brot, das die Großmutter eingeschnitten, so dick
gesättigt, daß von der Brühe wenig sichtbar war. Nun entblößten
sich alle Häupter, die Hände falteten sich, und lange und feierlich
betete jedes für sich zu dem Geber jeder guten Gabe. Dann erst
griff man langsam zum blechernen Löffel, wischte denselben am
schönen, feinen Tischtuch aus und ließ sich an die Suppe, und
mancher Wunsch wurde laut: wenn man alle Tage eine solche
hätte, so begehrte man nichts anderes. Als man mit der Suppe
fertig war, wischte man die Löffel am Tischtuch wieder aus, die
Züpfe wurde herumgeboten, jeder schnitt sich sein Stück ab und
sah zu, wie die Voressen an Safranbrühe aufgetragen wurden,
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